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Kometen-Auswertungen


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Aktuelle interessante schwächere Kometen


Am 21. Mai 2017 entdeckte das PanSTARRS-Team einen Kometen mit einer winzigen Koma im Sternbild Drache, dessen Helligkeit es auf 21.0m schätzte. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 K2 (PanSTARRS) wiesen eine mäßig verdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m nach (CBET 4393 / MPEC 2017-N26). Der Komet wurde in der Rekord-Sonnendistanz von 16.1 AE entdeckt, womit sich seine absolute Helligkeit – unter Annahme einer durchschnittlichen Entwicklung – zu 1m, sein aktueller Komadurchmesser zu 140.000 km ergibt. Der Komet wird das Perihel seiner Bahn im Abstand von 1.80 AE erst am 19. Dezember 2022 passieren. Heller als 16.0m wäre er von Anfang 2020 bis Ende 2025, wobei er in diesem Zeitraum vom nördlichen Bereich des Sternbilds Herkules durch die Sternbilder Schlangenträger und Skorpion wandert, zwischen Oktober 2022 und März 2023 tief in den Südhimmel vorstößt, um dann wieder im Sternbild Eridanus erneut sichtbar zu werden und danach durch Hase, Orion und Stier in den Fuhrmann zu laufen. Seine maximale Helligkeit von etwa 5.5m wird er zum Jahreswechsel 2022/23 erreichen. In den interessantesten Monaten kann er von Mitteleuropa aus bis Ende August 2022 (dann 6.0m hell) am Abend-/Nachthimmel und dann erst wieder ab Anfang September 2023 (9.5m hell) am Morgenhimmel beobachtet werden.
Der Komet unterschritt am 20. Oktober 2020 die Sonnendistanz von 8 AE, war zu diesem Zeitpunkt aber bereits 15.0m hell und wies eine merklich verdichtete Koma mit einem Durchmesser von 0.7' (250.000 km) auf. Anfang Mai 2021 können 157, überwiegend per CCD durchgeführte, Beobachtungen von 26 Beobachtern für eine Analyse seiner Entwicklung herangezogen werden. Diese ergeben eine bislang unterdurchschnittliche Helligkeitsentwicklung, die gut mit der Formel m = 5.2m + 5×log D + 6.0×log r dargestellt werden kann. Sollte der Komet diese Entwicklung bis zum Perihel aufweisen, so würde er in der zweiten Januarhälfte 2023 eine Maximalhelligkeit von lediglich 8.5m erreichen. Anfang Mai 2021 wies er eine Helligkeit von 14.0m auf. Der scheinbare Komadurchmesser schwankte, als Folge der variierenden Distanz zur Erde, zwischen 0.5' und 1.2', was einem absoluten Durchmesser von konstant etwa 325.000 km entspricht. Der Kondensationsgrad liegt bei etwa DC 4.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Ein bereits am 27. Oktober 2018 im Grenzbereich der Sternbilder Schwan/Leier/Drache vom Lemmon-Projekt entdecktes asteroidales Objekt der 20. Größenklasse entpuppte sich bei Folgebeobachtungen als Komet. Komet C/2018 U1 (Lemmon) wies eine stellare Koma und einen in östliche Richtung weisenden, 5" langen Schweif auf. Er wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 4.99 AE erst am 3. November 2021 passieren und könnte dann immerhin 15.0m hell werden (CBET 4574). Heller als 16.0m wäre er von Frühjahr 2021 bis Sommer 2022, doch verschwindet er für mitteleuropäische Standorte bereits im September 2021. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom östlichen Teil des Sternbilds Schlange durch den Schlangenträger in den nördlichen Teil des Sternbilds Skorpion.

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B.M. Africano gelang am 29. März 2019 die Entdeckung eines Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Bärenhüter/Waage auf Aufnahmen, die im Rahmen des Mount Lemmon Survey angefertigt wurden. G.V. Williams stellte fest, dass dieses Objekt bereits in der vorangegangenen Nacht vom "Asteroid Terrestrial Impact Last Alert System" (ATLAS) gemeldet worden war. Komet C/2019 F1 (ATLAS-Africano) präsentierte eine hochverdichtete, 10" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und die Andeutung eines Schweifs in nordwestlicher Richtung. Der Komet wird sein relativ fernes Perihel (Sonnendistanz: 3.60 AE) erst am 22. Juni 2021 passieren und sollte dann eine Maximalhelligkeit von 13.5m erreichen (CBET 4619). Allerdings wird er zu diesem Zeitpunkt nahe des Himmelssüdpols positioniert sein. Heller als 16m wäre er von Frühjahr 2020 bis zum Spätsommer des Jahres 2022. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom südwestlichen Teil des Sternbilds Waage durch die Wasserschlange und den Wolf in Richtung Südpol (Oktant), um danach wieder langsam nach Norden zu wandern, aber zum Spätsommer 2022 erst im Sternbild Chemischer Ofen anzukommen. Von mitteleuropäischen Standorten aus verschwindet er bereits im Juni 2020, dann voraussichtlich erst 15.5m hell.

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Auf Aufnahmen, die im Rahmen des ATLAS-Projekts am 30. Mai 2019 erstellt wurden, entdeckte Ken W. Smith einen Kometen der 18. Größenklasse im Grenzbereich der Sternbilder Südlicher Fisch / Kranich. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2019 K7 (Smith) zeigten eine 12" große, stark verdichtete Koma der Gesamthelligkeit 17.0m und einen 90" langen Schweif in PW=340°. Der Komet wird sein Perihel im Abstand von 4.47 AE am 16. Juni 2020 passieren und sollte dann 15.5m hell sein (CBET 4645/48). Zu diesem Zeitpunkt wandert er durch die Sternbilder Delphin und Pfeil und wird somit die ganze Nacht über sichtbar sein.
Der Komet wies eine unterdurchschnittliche Entwicklung auf, wie 40 Beobachtungen von 11 Beobachtern ausweisen. Die Helligkeitsentwicklung kann insgesamt gut mit den Parametern m0=8.5m / n=2.6 dargestellt werden. Die Maximalhelligkeit von 15.5m wurde Mitte Juli 2020 erreicht. Die Koma wies einen maximalen Durchmesser von lediglich 0.4' (75.000 km) auf und war dabei deutlich verdichtet (DC 6).

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Auf Aufnahmen vom 5. Juli 2019, die im Rahmen des "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System" (ATLAS) angefertigt wurden, wurde ein asteroidales Objekt der 19. Größenklasse im Sternbild Kepheus entdeckt. Nachfolgebeobachtungen zeigten eine stark verdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 18.0m und einen 8" langen Schweif in PW=135°. Komet C/2019 N1 (ATLAS) wird das Perihel seiner Bahn im Abstand von 1.70 AE erst am 1. Dezember 2020 passieren (CBET 4650). Je nach angenommener Entwicklung wird er Mitte Januar 2021 eine maximale Helligkeit von 12.0m (n=3) bzw. 10.5m (n=4) erreichen. Heller als 16m dürfte er von Anfang 2020 bis Herbst 2021 sein. Bis Mitte September 2020, wenn er für mitteleuropäische Beobachter über dem Abendhorizont verschwinden wird, läuft er durch die Sternbilder Drache, Großer Bär, Jagdhunde und Haar der Berenice, um in der Folgezeit immer tiefer an den Südhimmel zu wandern. Mitte September 2020 wird eine Helligkeit von 13.0m bzw. 12.0m prognostiziert.
Auf der Basis von 68 Beobachtungen von 20 Beobachtern kann die Helligkeitsentwicklung gut mit den Parametern m0=9.5m / n=2.5 dargestellt werden, was auf eine Maximalhelligkeit von 12.6m im Januar 2021 hindeutet. Der scheinbare Komadurchmesser stieg kontinuierlich von 0.5' auf 1.0' an, was einem konstanten absoluten Durchmesser von 85.000 km entspricht. Der Koma-Kondensationsgrad lag recht konstant bei DC 4-5. Schweifsichtungen gelangen zwischen Mitte Mai und Mitte August 2020, wobei die Längen aber 2' (700.000 km) nicht überschritten.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Auf Aufnahmen vom 9. Oktober 2019 entdeckte das Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS) ein asteroidales Objekt im Sternbild Großer Hund, das sich im weiteren Verlauf als kometar entpuppte. Komet C/2019 T4 (ATLAS) wies eine 1.5" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m und einen 2" langen Schweif in PW=110° auf. Er wird das Perihel am 9. Juni 2022 im Abstand von 4.25 AE passieren (CBET 4681). Trotz dieser recht großen Periheldistanz könnte er ein in Amateurinstrumenten sichtbares Objekt werden. Je nach seiner weiteren Entwicklung kann er im Frühjahr 2022 eine Maximalhelligkeit von 15.0m (n=3) bis 14.0m (n=4) erreichen. Von Mitteleuropa aus sollte er zwischen März und Juni 2022 am besten sichtbar sein; in diesem Zeitraum wird er sich vom Sternbild Wasserschlange in nördlicher Richtung durch das Sternbild Becher bis in die Jungfrau bewegen, ist somit ein Objekt der ersten Nachthälfte.

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Ein bereits am 22. Oktober 2019 vom PanSTARRS-Projekt im Sternbild Leier entdecktes asteroidales Objekt der 21. Größenklasse wies eine parabelnahe Bahn auf, weshalb auf Anzeichen kometarer Aktivität geachtet wurde. Bereits im Jahr 2020 deutete sich eine solche an. Doch erst Anfang April 2021 zeigte der Komet C/2019 U5 (PanSTARRS) sicher eine kometare Morphologie. Beobachtungen wiesen eine 15x10" große, Ost-West elongierte Koma der Gesamthelligkeit 17.2m nach. Der Komet wird sein mittelfernes Perihel erst am 29. März 2023 passieren und der Sonne dann 3.62 AE nahe kommen (CBET 4953). Unter der Annahme einer Entwicklung entsprechend einem „neuen" Kometen könnte er zu diesem Zeitpunkt 13.0m hell sein. Heller als 16.0m dürfte er zwischen Anfang 2022 und Ende 2024 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Herkules, Bärenhüter, Jagdhunde, Haar der Berenice, Jungfrau, Löwe, Sextant, Wasserschlange, Luftpumpe, Schiffssegel und Achterdeck. Von Mitteleuropa aus kann er bis Ende Mai 2023 verfolgt werden.

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Auf Aufnahmen vom 28. März 2020, die mit dem "Mobile Astronomical System of the Telescope-Robots" (MASTER) angefertigt wurden, wurde am Sternberg Astronomical Institute der Lomonosov Moskau Universität ein Komet der 16. Größenklasse im Sternbild Paradiesvogel entdeckt. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 F5 (MASTER) zeigten eine 17" große, kompakte Koma der Gesamthelligkeit 15.5m und einen 35" langen Schweif in PW=310°. Der Komet wird sein recht fernes Perihel erst am 24. März 2021 im Abstand von 4.32 AE passieren und sollte im Sommer 2021 eine maximale Helligkeit von 14.0-14.5m erreichen (CBET 4746). Für mitteleuropäische Standorte wird er lediglich von Mitte Oktober 2021 bis Mitte Januar 2022 Horizonthöhen von mehr als 10° erreichen, und dann am südlichen bis südwestlichen Abendhimmel sichtbar sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Südlicher Fisch in den östlichen Teil des Sternbilds Wassermann, wobei seine Helligkeit von 15.5m auf 16.0m zurückgehen dürfte.
Anfang Mai 2021 können lediglich 20 Beobachtungen von 4 Beobachtern für eine grobe Auswertung herangezogen werden. Diese ergeben Helligkeitsparameter von etwa m0=5.0m / n=4. Damit wies der Komet Ende September 2020 ein erstes Helligkeitsmaximum von 14.9m auf. Seine Maximalhelligkeit von etwa 14.3m sollte er demnach im August 2021 erreichen. Die merklich kondensierte (DC 4-5) Koma weist im Mai 2021 einen Durchmesser von 0.5' auf.

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Ein am 1. Mai 2020 vom "Southern Observatory for Near Earth Research" (SONEAR) im Sternbild Kranich entdecktes asteroidales Objekt der Helligkeit 16.5m zeigte bei nachfolgenden Beobachtungen seine kometare Natur. Komet C/2020 J1 (SONEAR) wies eine deutlich verdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 16.2m auf, aber keinen Schweif. Der Komet wird sein Perihel am 15. April 2021 im Abstand von 3.26 AE passieren und könnte dann eine Helligkeit von 13.5m aufweisen (CBET 4769). Heller als 16m dürfte er zwischen Juni 2020 und April 2022 sein. Er bewegt sich zunächst in südlicher Richtung, bis er im August 2020 im Sternbild Pfau seine südlichste Position erreicht. Danach bewegt er sich langsam nach Norden und taucht im April 2021, 14.0m hell, für mitteleuropäische Standorte über dem südlichen Morgenhorizont im Sternbild Skorpion auf. Bis Anfang August bewegt er sich durch die Sternbilder Waage und Jungfrau, um zu dieser Zeit über dem südwestlichen Abendhorizont - 14.5m hell - zu verschwinden. Eventuell kann er dann nochmals - aber nur noch 15.5m hell - ab Mitte November am Morgenhimmel beobachtet werden, dann in Richtung Bärenhüter laufend.
Auf der Basis von lediglich 15 Beobachtungen von 4 Beobachtern ergeben sich Anfang Mai 2021 die Parameter grob zu m0=6.5m / n=4, womit er Mitte Mai 2021 eine Maximalhelligkeit von 13.5m erreichen sollte. Die merklich verdichtete (DC 5-6) Koma wies im April 2021 einen Durchmesser von 0.7' auf.

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Auf Aufnahmen vom 6. Mai 2020 bemerkte das PanSTARRS-Team einen Kometen der Helligkeit 20.2m im Sternbild Drache. Komet C/2020 K1 (PanSTARRS) wies lediglich eine Koma von etwa 1" Durchmesser und einen 2" langen, nach Nordost gerichteten Schweif auf. Er wird sein mittelfernes Perihel in der Sonnendistanz von 3.07 AE erst am 9. Mai 2023 passieren, wobei er in jenen Wochen die 13. Größenklasse erreichen dürfte (CBET 4779, MPECs). Allerdings steht er in den interessantesten Monaten tief am Südhimmel. Heller als 16m dürfte er zwischen April 2022 (südlicher Teil des Sternbilds Herkules) und April 2024 (Sternbild Maler) sein. Von mitteleuropäischen Standorten aus wird er bereits Ende Oktober 2022, dann durch den südlichen Teil des Sternbilds Schlangenträger laufend, über dem südwestlichen Abendhorizont verschwinden. Zu dieser Zeit dürfte er erst 15m hell sein.

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Ein 20.5m schwacher Komet wurde auf PanSTARRS-Aufnahmen vom 18. und 25. Mai 2020 im Sternbild Herkules entdeckt. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 K5 (PanSTARRS) zeigten eine kompakte, 5" große Koma der Helligkeit 20.5m und einen breiten, 4" langen Schweif in PW=240-300°. Der Komet wird sein Perihel im Abstand von 1.54 AE erst am 5. Juni 2021 passieren und könnte dann, je nach Aktivitätsgrad, zwischen 14m und 15m hell werden (CBET 4785). Heller als 16m dürfte er von März bis Oktober 2021 sein. Von Mitteleuropa aus kann er nicht beobachtet werden, da er sich in diesem Zeitraum zunächst in südlicher Richtung vom Sternbild Schütze bis ins Sternbild Phönix bewegt, um danach bis ins Sternbild Großer Hund zu wandern.

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Unabhängig voneinander entdeckten das CATALINA-Projekt auf Aufnahmen vom 25. Mai und das ATLAS-Projekt auf Aufnahmen vom 7. Juni 2020 ein asteroidales Objekt im Sternbild Pegasus, welches bei Nachfolgebeobachtungen seine kometare Natur offenbarte. Komet C/2020 K8 (CATALINA-ATLAS) wies eine 15" große, diffuse Koma der Helligkeit 18.5m auf. Er wird sein recht sonnennahes Perihel am 14. September im Abstand von 0.47 AE passieren und sollte dann eine Maximalhelligkeit von 11-12m aufweisen (CBET 4796). Allerdings liegt seine absolute Helligkeit weit unterhalb des Bortle-Limits, so dass damit gerechnet werden muss, dass sich dieser Komet noch auf dem Weg zum Perihel hin auflösen wird. Sollte er die Sonnennähe aber überstehen, so dürfte er zwischen Mitte Juli und Mitte Oktober heller als 16m sein. In diesem Zeitraum wandert er durch die Sternbilder Dreieck, Perseus (nahe der Grenze zum Widder), Stier, Zwillinge, Krebs, Wasserschlange, Sextant und Löwe. Von Mitteleuropa aus kann er bis in die erste Septemberwoche hinein am Morgenhimmel gesichtet werden, wobei er beim Verschwinden etwa die größte Helligkeit erreicht haben sollte.
Nur wenige Beobachtungen des Kometen wurden mir bekannt. Bis Ende Juli 2020, als er 14.0m hell war und einen Komadurchmesser von 1' aufwies, folgte die Helligkeitsentwicklung grob den Parametern m0=14.0m / n=4. Danach wurde der Komet bis zum 20. August nicht mehr heller und begann - wie erwartet - sich aufzulösen.

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Das PanSTARRS-Team entdeckte am 1. Juli 2020 ein 20.5m helles asteroidales Objekt im Sternbild Andromeda, welches bei Nachfolgebeobachtungen seine kometare Natur entpuppte. Komet C/2020 N1 (PanSTARRS) wies Mitte Juli eine deutlich verdichtete, 20.2m helle Koma auf, zeigte aber keinen Schweif. Der Komet wird das Perihel seiner Bahn am 12. März 2021 im Abstand von 1.32 AE passieren und sollte dann etwa 14.0m hell sein (CBET 4815). Heller als 16m wäre er zwischen Dezember 2020 und Mai 2021. Von mitteleuropäischen Standorten aus ist er ein Abendhimmelobjekt, welches Ende April über dem Westhorizont verschwindet. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Andromeda, Fische, Widder, Stier, Orion und Einhorn.
Der Komet blieb den CCD-Beobachtern vorbehalten. Auf der Basis von 33 Beobachtungen von 10 Beobachtern ergeben sich die Helligkeitsparameter zu grob m0=14.5m / n=2, was eine unterdurchschnittliche Aktivität bedeutet. Damit ergibt sich eine Maximalhelligkeit von 15.5m Anfang März 2021. Der Komadurchmesser erreichte 0.5' (25.000 km), der Kondensationsgrad lag bei DC 3.

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In NEOWISE-Aufnahmen vom 2. August 2020 entdeckte J.P. Chesley einen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Chamäleon/Fliege. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 P1 (NEOWISE) zeigten eine mäßig verdichtete, 15" große Koma der Gesamthelligkeit 16.0m und einen 40" langen Schweif in PW=113°. Der Komet wird der Sonne am 20. Oktober 2020 bis auf 0.34 AE nahekommen und könnte dann 9.5m (n=3) bzw. 7.5m (n=4) hell werden (CBET 4825). Allerdings liegt die absolute Helligkeit 4m unterhalb des Bortle-Limits, so dass er sich bei seiner Annäherung an die Sonne wahrscheinlich auflösen wird. Solle er die Sonnennähe wider Erwarten überstehen, so würde er von mitteleuropäischen Standorten aus in der letzten Oktoberwoche als 10m (n=3) bzw. 8m (n=4) helles Objekt über dem morgendlichen Osthorizont - im nordöstlichen Teil des Sternbilds Jungfrau - auftauchen. Bis Mitte November bewegt er sich ins Sternbild Haar der Berenice. Er gewinnt dabei an Horizonthöhe, doch sinkt seine Helligkeit auf 14.0m (n=3) bzw. 12.5m (n=4) ab.
Der Komet entwickelte sich bis zum 21. September 2020, als er etwa 12.0m hell war, gemäß den Parametern m0=13.5m / n=4. Am 22. September kam es zu einer Helligkeitssteigerung um 1.5m. Bis zum 5. Oktober stieg die Helligkeit nur noch auf 10.0m an, was auf eine Auflösung hindeutete. Der Komet überlebte das Perihel. Michael Jäger gelang am 28. Oktober eine Aufnahme, die ihn als 10-11m helles Objekt mit einem kurzen Schweif und noch vorhandener zentraler Verdichtung zeigte. Der zunehmend diffuser werdende Komet wurde bis zum 9. Dezember 2020 verfolgt.

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Gennady Borisov entdeckte mit dem 0.65m-Astrographen des MARGO Observatory (Krim) am 17. August 2020 einen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Stier/Fuhrmann, der nach seinen Angaben eine 25" große Koma der Gesamthelligkeit 17.5m aufwies. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 Q1 (Borisov) zeigten eine bis zu 2' große Koma der Gesamthelligkeit 16.0m. Der Komet passierte sein Perihel im Abstand von 1.31 AE am 14. August, näherte sich der Erde aber noch bis Ende September. Aus diesem Grund dürfte die Maximalhelligkeit von 14.5m erst Mitte September erreicht werden (CBET 4836). Heller als 16m wird er voraussichtlich bis Mitte Oktober bleiben. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Fuhrmann, Giraffe, Kassiopeia, Kepheus und Schwan. Damit kann er von mitteleuropäischen Standorten aus nahezu die gesamte Nacht über beobachtet werden.
Lediglich 22 Beobachtungen wurden mir bekannt. Demnach erreichte der Komet Mitte September 2020 eine Maximalhelligkeit von 12.5m. Mitte August war er erst 15.0m hell und Mitte Oktober war die Helligkeit bereits wieder auf 15.0m zurückgegangen. Der Komadurchmesser erreichte 1.5' (60.000 km), wobei sich die Koma sehr diffus zeigte (DC 2).

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Auf Aufnahmen vom 15. September 2020 entdeckte das ATLAS-Team einen Kometen der 19. Größenklasse im Sternbild Grabstichel. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 R7 (ATLAS) zeigten eine deutlich verdichtete, 6" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m, aber keinen Schweif. Der Komet wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 2.96 AE am 16. September 2022 passieren (CBET 4859) und könnte im Juli 2022 eine maximale Helligkeit von 13.5m erreichen, steht zu der Zeit aber tief am Südhimmel. Heller als 16m sollte er zwischen Oktober 2021 (dann im Sternbild Pfau positioniert) und August 2023 sein. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann er erst ab Januar 2023 verfolgt werden (dann wohl nur noch 15.0m hell). Bis August 2023 bewegt er sich durch die Sternbilder Schlange, Schlangenträger, Herkules und Nördliche Krone.

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Auf Aufnahmen vom 16. September 2020 entdeckte das PanSTARRS-Projekt einen Kometen der 20. Größenklasse im nordöstlichen Teil des Sternbilds Eridanus. Komet C/2020 S4 (PanSTARRS) wies lediglich eine 2" große Koma und einen 4" langen Schweif in PW=240° auf – wie sich zeigte, aufgrund der großen Distanz von 8 AE, die der Komet bei der Entdeckung aufwies. Er wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 3.36 AE erst am 7. Februar 2023 passieren und könnte dann eine Maximalhelligkeit von 15.0m erreichen (CBET 4863). Heller als 16m dürfte er zwischen November 2022 und Mai 2023 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Krebs und Löwe und kann somit von mitteleuropäischen Standorten aus bequem beobachtet werden.

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Auf Aufnahmen des Zwicky Transient Facility (ZTF) Projekts vom 2. November 2020 wurde ein asteroidales Objekt der 19. Größenklasse im Sternbild Haar der Berenice entdeckt. Nach der Feststellung, dass sich das Objekt auf einer nahezu parabelförmigen Bahn bewegt, wurden detaillierte Beobachtungen angestellt, die eine kometare Morphologie offenbarten. Komet P/2020 V2 (ZTF) wies eine 8" große, diffuse Koma der Gesamthelligkeit 18.5m auf, aber keinen Schweif. Der Komet wird erst am 8. Mai 2023 in der Sonnendistanz von 2.23 AE durch sein Perihel laufen (CBET 4887). Im Januar 2023 könnte er eine Maximalhelligkeit von 11.5m aufweisen, wobei er zu dieser Zeit durch das Sternbild Kassiopeia läuft. Heller als 16m wäre er von Anfang 2022 bis Herbst 2024. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Jagdhunde, Großer Bär, Drache, Giraffe, Kepheus, Kassiopeia, Andromeda, Dreieck, Widder, Walfisch, Bildhauer, Kranich in Richtung Tukan. Von mitteleuropäischen Standorten aus ist er in der Zeit des Perihels ein sehr gut beobachtbares Objekt, das dann aber zunächst Anfang April 2023 am Abendhimmel (Sternbild Dreieck) verschwindet, um von Mitte Juli bis Mitte September 2023 (im Sternbild Walfisch nach Südwesten laufend) nochmals am Morgenhimmel sichtbar zu werden.

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Ein auf Aufnahmen des "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS)" vom 28. Dezember 2020 im Ostteil des Sternbilds Jungfrau entdecktes asteroidales Objekt der Helligkeit 17.5m zeigte sich bei Nachfolgebeobachtungen leicht diffus. Komet C/2020 Y2 (ATLAS) wird sein Perihel erst am 17. Juni 2022 in der Sonnendistanz von 3.13 AE passieren und könnte im März 2022 immerhin 14.0m hell werden (CBET 4905). Heller als 16m sollte er zwischen Oktober 2021 und März 2023 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom südlichen Teil des Sternbilds Wasserschlange über Zentaur, Kreuz des Südens, Schiffskiel bis in den Südteil des Sternbilds Walfisch. Von Mitteleuropa aus wird er somit als Objekt heller 16m nicht sichtbar sein.

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G.J. Leonard entdeckte am 3. Januar 2021 einen Kometen mit dem 1.5m-Teleskop des Mt. Lemmon Observatoriums im Grenzbereich der Sternbilder Jagdhunde/Bärenhüter. Komet C/2021 A1 (Leonard) präsentierte eine deutlich verdichtete, 10" große Koma der Gesamthelligkeit 19.2m und einen 5" langen Schweif in PW=250-270°. Er wird das Perihel seiner Bahn am 3. Januar 2022 in der Sonnendistanz von 0.62 AE passieren und könnte dann 8.0m hell sein. Am 12. Dezember 2021 wird er die Erde im Abstand von lediglich 0.23 AE passieren und sollte in jenen Tagen die Maximalhelligkeit von 6.0m aufweisen (CBET 4907). Allerdings dürfte der Komet in den betreffenden Tagen eine Koma von etwa 20' Durchmesser aufweisen, so dass er kein leichtes Objekt sein wird. Heller als 16m sollte er von August 2021 bis Juli 2022 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Großer Bär, Jagdhunde/Haar der Berenice, Bärenhüter, Schlange, Schlangenträger (größte Erdnähe), Schlange, Schütze, Mikroskop (Perihel, danach wird er rückläufig), Schütze, Südliche Krone und Skorpion. Von Mitteleuropa aus sinkt er bis Anfang September 2021 dem abendlichen NW-Horizont entgegen und kann danach bis um den 10. Dezember am Morgenhimmel beobachtet werden, wobei er Ende November eine maximale Horizonthöhe von über 50° erreichen wird.

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Am 3. Januar 2021 wurde in Aufnahmen des NEOWISE-Satelliten ein scheinbar asteroidales Objekt im Sternbild Bärenhüter entdeckt, welches eine interessante Bewegung aufwies. Nachfolgebeobachtungen zeigten eine 8" große Koma der Gesamthelligkeit 18.0m und einen 11" langen Schweif in PW=300°. Der Komet C/2021 A4 (NEOWISE) wird das Perihel in der Sonnendistanz von 1.14 AE am 20. März 2021 passieren und könnte dann 14.0m hell sein. Heller als 16m wäre er zwischen Ende Januar und Ende März. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Großer Bär über die Sternbilder Giraffe und Fuhrmann bis in den Stier, ist somit für mitteleuropäische Standorte ein gut verfolgbares Objekt.
Die publizierten Beobachtungen des Kometen weisen eine große Streuung auf, so dass die Entwicklung nur sehr grob dargestellt werden kann. Auf der Basis von 52 Beobachtungen von 20 Beobachtern ergeben sich die Helligkeitsparameter grob zu m0 = 12.0m / n=14, so dass der Komet um den 20. Februar eine Maximalhelligkeit zwischen 13.0-13.5m erreicht haben dürfte. Aufgrund des sehr hohen Aktivitätsparameters wurde der Komet danach rasch schwächer. Der Komadurchmesser erreichte knapp 1.5' (30.000 km), wobei die Koma nur gering verdichtet war (DC 2-3). Ein bis zu 2' (100.000 km) langer Schweif wurde über die Sichtbarkeit hinweg vereinzelt beobachtet. Er wies anfangs nach Südost, im weiteren Verlauf nach ONO.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Michael Mattiazzo (Australien) bemerkte in öffentlich zugänglichen SWAN-Aufnahmen zwischen dem 19. und 25. Februar 2021 ein verdächtiges, wohl kometares Objekt. Michael Jäger gelang am 27. Februar eine erste Aufnahme des Kometen C/2021 D1 (SWAN), die ihn mit einer 3.5' großen, stark verdichteten Koma der Gesamthelligkeit 10.5m, aber ohne Schweif zeigte. In den folgenden Tagen wurde der Komet von weiteren Beobachtern aufgefunden, die ihn als 11m helles Objekt beschrieben, das aber Horizonthöhen von weniger als 10° aufwies. Der Komet passierte das Perihel seiner Bahn in einer Sonnendistanz von 0.90 AE am 27. Februar, wobei er sich auf der erdabgewandten Seite der Sonne befand (CBET 4939). Von mitteleuropäischen Standorten aus erreicht er zwischen Anfang März und Mitte Mai Horizonthöhen von mehr als 10° über dem abendlichen Westhorizont (mit einem Maximum von etwa 20° Mitte April). In diesem Zeitraum bewegt er sich durch das Sternbild Pegasus, die nördlichen Teile der Fische, Dreieck und die südlichen Bereiche von Perseus und Fuhrmann. Die Helligkeit dürfte von 11.0m auf 13.0m zurückgehen.
Für eine grobe Auswertung konnte ich 32 Beobachtungen von 11 Beobachtern verwenden. Auf deren Basis ergeben sich die Helligkeitsparameter grob zu m0=10.0m / n=5. Damit erreichte der Komet Anfang März eine Maximalhelligkeit von 10.5m, um in den folgenden Wochen rasch schwächer zu werden. Der maximale Komadurchmesser wurde Ende März mit 2' (160.000 km) erreicht. Lag der Kondensationsgrad anfangs bei DC 3-4, sackte er Ende März rasch auf DC 1 ab. Ein Schweif wurde nicht beobachtet.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Im Rahmen des Überwachungsprogramms "Zwicky Transient Facility" (ZTF) wurde auf Aufnahmen vom 19. Februar 2021, und unabhängig davon vom 9. März ein asteroidales Objekt im Grenzbereich der Sternbilder Füchschen/Schwan entdeckt, das seine kometare Natur bei Nachfolgebeobachtungen offenbarte. Komet C/2021 D2 (ZTF) zeigte eine 8" große, mäßig verdichtete Koma der Gesamthelligkeit 18.5m, aber keinen Schweif. Der Komet wird das Perihel seiner Bahn in der Sonnendistanz von 2.95 AE am 3. Februar 2022 passieren und könnte dann eine Maximalhelligkeit von 15.5m aufweisen (CBET 4947). Heller als 16m wäre er von Dezember 2021 bis März 2022. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Drache durch die Sternbilder Kleiner Bär (wobei er Polaris am 14. Februar im Abstand von nur 1° passieren wird) und Giraffe in Richtung Luchs. Er kann somit von mitteleuropäischen Standorten aus die ganze Nacht über beobachtet werden.

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Am 9. März 2021 entdeckte das Überwachungsprogramm „Zwicky Transient Facility" (ZTF) ein 19.5m schwaches asteroidales Objekt im Grenzbereich der Sternbilder Schwan/Füchschen, welches sich auf einer parabelnahen Bahn bewegte. Nachfolgebeobachtungen zeigten ab Mitte März eine kometare Morphologie. Komet C/2021 E3 (ZTF) wies eine deutlich verdichtete, 8" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m sowie einen 7" langen Schweif in PW=335° auf. Er wird das Perihel seiner Bahn im Abstand von 1.78 AE am 11. Juni 2022 passieren und dürfte dann 12.0m hell sein (CBET 4960). Heller als 16m wäre er von November 2021 bis Februar 2023. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Adler über Steinbock und Mikroskop an den tiefen Südhimmel. Von mitteleuropäischen Standorten aus verschwindet er bereits im Dezember 2021 (dann voraussichtlich erst 15.5m hell) unter dem abendlichen Horizont.

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Anfang Juli 2021 wird der Komet 4P/Faye (P=7.48a) als Objekt der 12. Größenklasse am Morgenhimmel auftauchen. Sein Perihel wird er am 9. September 2021 in der Sonnendistanz von 1.62 AE passieren und sollte dann - unter der Annahme der Parameter m0 = 6.0m / n=8 - 10.5m hell sein. Er bewegt sich bis März 2022 durch die Sternbilder Widder, Stier und Zwillinge, und wird zum Jahreswechsel eine Oppositionsschleife im Grenzbereich der Sternbilder Einhorn/Zwillinge ziehen.

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Der Komet 7P/Pons-Winnecke (P=6.31a) sollte im Laufe des Februars 2021 heller als 16.0m werden. Er wird das Perihel seiner Bahn in der Sonnendistanz von 1.23 AE am 27. Mai passieren und sollte dann 11.5m hell sein. Der Komet bewegt sich vom Sternbild Schlange bis Anfang Juni in das Sternbild Wassermann, ist somit ein Objekt des Morgenhimmels. Allerdings gehen seine Horizonthöhen von 55° auf 0° zurück.
Zwischen Anfang März und Anfang Mai 2021 stieg seine Helligkeit von 15.0m auf 12.5m an, wobei der Durchmesser der mäßig verdichteten (DC 4) Koma bei knapp 1' lag.

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Am 24. März 2021 passierte der Komet 10P/Tempel (P=6.31a) sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.41 AE. Von mitteleuropäischen Standorten aus wird er erst um den 20. Juli am Morgenhimmel, im südlichen Teil des Sternbilds Stier, sichtbar.
Zwischen Ende März und Ende April 2021 sank seine Helligkeit von 10.5m auf 11.5m ab, wobei der Durchmesser der mäßig verdichteten (DC 4) Koma um die 3' betrug.

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Im November/Dezember 2020 gelangen einige CCD-Beobachtungen des Kometen 11P/Tempel-Swift-LINEAR (P=6.28a). Dieser passierte sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.55 AE am 26. November. Dabei zeigte er sich etwa 3m heller als erwartet und wies eine Maximalhelligkeit von etwa 13.5m und Helligkeitsparameter von grob m0=11.5m / n=6 auf. Der Komadurchmesser wurde zu etwa 1.0' geschätzt. Im Februar 2021 war er bereits schwächer als 16m geworden.

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Ab Mitte Juli 2021 kann der Komet 15P/Finlay (P=6.56a) am Morgenhimmel aufgesucht werden. Er befindet sich im nördlichen Teil des Sternbilds Stier und wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 0.99 AE am 13. Juli 2021 passieren. Die Helligkeitsentwicklung ist unsicher, da dieser Komet in seinem letzten Periheldurchgang 2014/15 zwei Ausbrüche und ein erratisches Helligkeitsverhalten aufwies. Am wahrscheinlichsten ist eine Helligkeit von 10m bis 11m beim Erscheinen am Morgenhimmel.

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Mitte November 2020 sollte der Komet 162P/Siding Spring (P=5.43a) für mitteleuropäische Beobachter über dem südlichen Abendhorizont als 13.0m helles Objekt auftauchen. Bis Mitte Februar 2021 hat er an Höhe gewonnen, dürfte aber nur noch 14.5m hell sein. Sein Weg führt ihn in diesem Zeitraum vom Sternbild Südlicher Fisch bis ins Sternbild Dreieck.
Nur ein Dutzend Beobachtungen wurden mir bekannt. Diese deuten auf eine Maximalhelligkeit von etwa 15.5m im November 2020 hin, wobei der Komet eine geringe Aktivität aufzuweisen schien (grobe Parameterwerte: m0=15.0m / n=2). Die mittelmäßig verdichtete (DC 4) Koma wies lediglich einen Durchmesser von 0.3' auf.

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Der Komet 246P/NEAT (P=8.05a) wird zwar erst am 22. Februar 2021 sein Perihel im Abstand von 2.86 AE passieren, doch wird er bereits seit Mitte Januar 2020 beobachtet. Er kann von mitteleuropäischen Standorten aus zunächst noch bis Ende Juli 2020 beobachtet werden, wobei seine Helligkeit zunächst von 15.0m auf 15.5m zurückgehen dürfte. Er bewegt sich vom Sternbild Haar der Berenice in das Sternbild Jungfrau. In der zweiten Sichtbarkeit, 2021, kann er von mitteleuropäsichen Standorten aus kaum beobachtet werden, da er im Sternbild Schütze steht und in diesem nach Süden läuft.
Auf der Basis von 72 Beobachtungen von 18 Beobachtern (bis Ende Juli 2020) ergibt sich eine interessante Helligkeitsentwicklung. Die Helligkeitsschätzungen können mit den Standard-Parametern m0=-13m/n=20 oder mit den zeitabhängigen Parametern m0=8.0m/nt=-0.015 gut dargestellt werden. Dabei erscheinen die Werte für die zeitabhängigen Parametern insgesamt plausibler, doch werden erst weitere Beobachtungen die tatsächliche Entwicklung aufzeigen. Während des ersten Halbjahrs 2020 nahm die Helligkeit von 16.0m auf 14.0m zu. Gemäß den Standard-Parametern würde der Komet Anfang Juni 2021 eine Maximalhelligkeit von 12.0m erreichen, nach den zeitabhängigen Parametern bereits Ende Februar 2021 eine Maximalhelligkeit von 10.5m. Die Koma wuchs im ersten Halbjahr 2020 von 0.3' (35.000 km) auf 0.8' (100.000 km) an. Die Schätzungen des Kondensationsgrads sind uneinheitlich; sie deuten auf einen Rückgang von DC 5 auf DC 3 an, doch müssen auch hier weitere Beobachtungen diesen Trend bestätigen. Ein Schweif wurde bislang nicht beobachtet.
Michael Jäger konnte auf Aufnahmen vom 15. und 25. April einen bis zu 100' langen, dünnen Schweif in PW=297° feststellen, der eine 10' lange Lücke nahe der Koma und 30-50' von der Koma entfernt die größte Helligkeit aufwies; die ersten 3.5' vor der Lücke wiesen in PW=280°. Am 17. Mai war der Schweif über 2.2° lang (er ging über die Aufnahme hinaus) und nach PW=293° gerichtet. Diese Beobachtungen wurden von mehreren Beobachtern des Astronomical Institute of the Romanian Academy bestätigt (CBET 4793/99).

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Acht Beobachtern gelangen insgesamt 30 Beobachtungen des Kometen 277P/LINEAR (P=7.56a). Dieser passierte das Perihel seiner Bahn in der Sonnendistanz von 1.90 AE am 30. Dezember 2020. Die Helligkeitsschätzungen weisen eine zum Perihelzeitpunkt verschobene Helligkeitsentwicklung auf, die lediglich mit den folgenden Parametern leidlich plausibel dargestellt werden kann:
t < +15d: m = 14.5m + 5×log D + 0.05×|t – T|
t > +15d: m = 13.5m + 5×log D + 0.01×|t – T|
Damit ergibt sich eine Maximalhelligkeit von etwa 14.5m Mitte Januar 2021, 15 Tage nach dem Periheldurchgang. Der Komadurchmesser lag bei 0.5', was 25.000 km entspricht.

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N. Erasmus vom South African Astronomical Observatory entdeckte auf Aufnahmen vom 11. August 2020, die im Rahmen des "Asteroidal Terrestrial-Impact Last Alert System" (ATLAS) angefertigt worden waren, einen Kometen im Sternbild Walfisch. Nachfolgebeobachtungen des Kometen P/2020 P2 zeigten eine deutlich verdichtete, 10" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m sowie einen 15" langen Schweif in PW=270°. Kurz danach wurde festgestellt, dass es sich um eine Wiederentdeckung des Kometen P/2009 Q4 (Boattini) handelte. Der Komet wird das Perihel am 26. Dezember 2020 in der Sonnendistanz von 1.31 AE passieren und dürfte zu der Zeit 14.5m hell sein (CBET 4829). Heller als 16m dürfte er zwischen Anfang November 2020 und Mitte Februar 2021 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Eridanus in den Grenzbereich Orion/Stier/Zwillinge, ist somit ein Objekt der ganzen Nacht. Zwischenzeitlich erhielt er die permanente Bezeichnung 398P/Boattini (P=5.53a).
Der Komet überraschte in der aktuellen Sichtbarkeit positiv. Er stand der Erde zwischen November und Januar näher als 0.5 AE, und erreichte kurz vor den Weihnachtstagen eine minimale Erddistanz von 0.38 AE. Auf der Basis von 77 Beobachtungen von 24 Beobachtern ergeben sich die Helligkeitsparameter zu m0=10.4m / n=13 und damit die Maximalhelligkeit zu 12.0m in den Tagen um das Perihel - mehr als 2.5m heller als erwartet. Der Komadurchmesser stieg von 0.5' (12.000 km) zu Sichtbarkeitsbeginn langsam auf den Maximalwert von 1.7' (30.000 km) zum Jahreswechsel 2020/21 an. Danach ging er relativ rasch zurück und maß Ende Februar nur noch knapp 0.5' (12.000 km). Während der Sichtbarkeitsperiode wurde die Koma zunehmend diffuser. Der Kondensationsgrad nahm stetig von DC 5 auf DC 2-3 ab. Ein Schweif wurde visuell nicht festgestellt.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

Andreas Kammerer


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