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Interessante schwächere Kometen


Am 31. Oktober 2010 entdeckte A. Boattini mit dem 1.5m-Mt.Lemmon-Reflektor einen 20.0m hellen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Walfisch/Widder. Komet C/2010 U3 (Boattini) wies eine 6-7" große, mäßig verdichtete Koma auf, die in PW=330° elongiert wirkte und eine 3-4" große zentrale Verdichtung zeigte. Weitere Beobachtungen ergaben einen Komadurchmesser von etwa 20" und einen 25" langen Schweif in PW=330°. Der Komet befand sich bei der Entdeckung in der Rekord-Sonnendistanz von 18.5 AE und wird der Sonne im Frühjahr 2019(!) nicht näher als 8 AE kommen, wobei er aber bis zu 15m hell werden könnte und sich in der interessantesten Phase günstig in polnahen Gebieten (Giraffe, Großer Wagen, Drache) aufhält (IAUC 9182 / 2010-V109). Es handelt sich um einen absolut sehr hellen Kometen, der bei seiner Entdeckung bereits einen Komadurchmesser von 250.000 km aufwies!
Die wenigen bis Ende April 2017 publizierten Beobachtungen erlauben keine definitiven Aussagen über die Helligkeitsentwicklung dieses Kometen. Zwischen Juni und August 2017 kann er mit großen Instrumenten als etwa 15.5-16.0m helles Objekt im Südteil des Sternbilds Giraffe ausgemacht werden, wobei er eine winzige (ca. 0.3-0.5' große), stark verdichtete Koma aufweist.

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Ein am 21. Mai 2011 vom T. Bressi auf Spacewatch-Aufnahmen im Grenzbereich der Sternbilder Schlangenträger/Schlange entdecktes 20.5m helles asteroidales Objekt zeigte auf Aufnahmen, die ab Mitte April 2012 gemacht wurden, seine kometare Natur. Komet C/2011 KP36 (Spacewatch) wies eine 8" große Koma der Gesamthelligkeit 20.0m sowie einen sehr schwachen, 9" langen Schweif in PW=10° auf. Der absolut betrachtet ziemlich helle Komet mit einer Umlaufszeit von etwa 235 Jahren wird das recht ferne Perihel seiner elliptischen Bahn erst im Mai 2016 durchlaufen und könnte dann immerhin 14.5m hell werden (CBET 3109). Heller als 15.5m sollte er von Mitte 2015 bis Anfang 2017 sein, wobei er in diesem Zeitraum vom Sternbild Wassermann durch die Fische ins Sternbild Walfisch wandert. Seine maximale Helligkeit würde er im September 2016 erreichen.
Auf der Basis von 80 Beobachtungen (bis Anfang Februar 2017) zeigt sich, dass die Helligkeitsentwicklung deutlich unterdurchschnittlich erfolgt. Als Helligkeitsparameter ergeben sich m0=7.0m/n=2, was eine Maximalhelligkeit von 13.5m Mitte September 2016 ergibt. Während der Komadurchmesser im Jahr 2015 lediglich 0.5' (90.000 km) betrug, wurde er im Sommer 2016 zu 0.7' (125.000 km) bestimmt, scheint aber im Herbst 2016 auf 1.2' (225.000 km) angestiegen zu sein. Dabei zeigte sich die Koma die gesamte Zeit über nur gering bis mäßig verdichtet (DC 3).

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Auf Aufnahmen vom 19. Juli 2015 entdeckte das PanSTARRS-Team einen Kometen im Sternbild Steinbock, nahe der Grenze zum Schützen. Das Team stellte beim Kometen C/2015 O1 (PanSTARRS) einen 2.5" langen Schweif in östlicher Richtung und eine winzige Koma der Helligkeit 19.5m fest. Nachfolgebeobachtungen zeigten eine 15x17" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und einen 4" langen Schweif in PW=100°. Der Komet wird das recht ferne Perihel seiner Bahn (Abstand: 3.7 AE) erst im Februar 2018 passieren und sollte - unter der Annahme einer durchschnittlichen Entwicklung - 13.5m hell werden (CBET 4119 / MPEC 2015-Q71). Heller als 16m wäre er von Januar 2017 bis April 2019. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Adler über Herkules, Bärenhüter, Großer Bär in das Sternbild Luchs. In den interessantesten Wochen steht er in bequemer Höhe am Morgen- bzw. Nachthimmel.
Die Ende April 2017 noch kleine Zahl an Beobachtungen deutet eine unterdurchschnittliche Helligkeitsentwicklung an, die mit den Parametern m0=8.5m/n=2 repräsentiert werden kann. Demnach sollte der vom östlichen in den westlichen Teil des Sternbilds Herkules laufende Komet während der Sommermonate 2017 eine Helligkeit von konstant 14.5m aufweisen. Die Erde kreuzt die Kometenbahnebene am 22. Juli.

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Auf PanSTARRS-Aufnahmen vom 2. November 2015 wurde ein Objekt im Sternbild Giraffe entdeckt, welches ein wenig diffuser als die Feldsterne erschien. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2015 V1 (PanSTARRS) zeigten eine 6" kleine Koma der Gesamthelligkeit 19.5m, aber keinen Schweif. Die ersten Bahnelemente, nach denen der Komet der Sonne im Oktober 2014 sehr nahe gekommen wäre, mussten aufgrund weiterer Beobachtungen extrem geändert werden. Nach den aktuellen Elementen wird der Komet sein recht fernes Perihel erst Ende 2017 passieren und könnte dann, zu der Zeit das Sternbild Fische durchlaufend, immerhin 15.5m hell sein (CBET 4160 / MPEC 2015-V61).

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Auf PanSTARRS-Aufnahmen vom 23. Januar 2016 entdeckte das Team einen Kometen der 20. Größenklasse im Sternbild Widder, der eine winzige Koma und einen kurzen Schweif aufwies. Dieses Objekt konnte daraufhin mit dem von W. Yeung am 18. Dezember 2015 entdeckten asteroidalen Objekt 2015 YY6 und mit dem am Mt. Lemmon Observatorium am 2. November im Grenzbereich der Sternbilder Stier/Fuhrmann/Perseus entdeckten asteroidalen Objekt 2015 VL62 identifiziert werden. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2015 VL62 (Lemmon-Yeung-PanSTARRS) zeigten eine hochverdichtete, 8" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und einen 15" langen Schweif in PW=80°. Er wird sein Perihel erst am 28. August 2017 passieren und könnte dann 12-13m hell sein (CBET 4246/47). Heller als 16.0m wäre er von Ende 2016 bis Mitte 2018, wobei er in diesem Zeitraum in westlicher Richtung vom Sternbild Widder in den Skorpion laufen wird. Zur Zeit seiner maximalen Helligkeit wird er vom Sternbild Pegasus in den Adler laufen und damit ein Objekt der ganzen Nacht sein.
Die wenigen bis Ende April 2017 publizierten Beobachtungen des Kometen deuten eine unterdurchschnittliche Helligkeitsentwicklung an, die mit den Parametern m0=10.0m/n=2 repräsentiert werden kann. Sollten zusätzliche Beobachtungen diese bestätigen, wird der Komet seine Helligkeit bis zu seinem Perihel auf lediglich 13.5m steigern. Er wird in den Sommermonaten 2017 vom Grenzbereich der Sternbilder Fische/Pegasus in den Wassermann wandern, somit von einem Morgenhimmelobjekt zu einem Objekt der ganzen Nacht werden. Die Erde kreuzt die Kometenbahnebene am 26. Juni.

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Am 22. Juni 2016 entdeckte das PanSTARRS-Projekt einen Kometen der 19. Größenklasse im Sternbild Drache. Weitere Beobachtungen des Kometen C/2016 M1 (PanSTARRS) zeigten eine 10" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und einen 12" langen Schweif in PW=180°. Der Komet wird sein Perihel erst im August 2018 passieren und könnte dann 9m hell sein (IAUC 4286 / MPEC 2016-N14). Heller als 16.0m wäre er von April 2017 bis Ende 2019. Von Mitteleuropa aus wird er im Dezember 2017 vom Abend- an den Morgenhimmel wechseln und dort bis Ende Juni 2018 (dann 9m hell) sichtbar bleiben. In diesem Zeitraum läuft er vom Sternbild Drache durch die Sternbilder Herkules, Schlangenträger, Schlange, Adler und Schütze.
Die wenigen bis Ende April 2017 publizierten CCD-Beobachtungen deuten an, dass der Komet sich bislang vorhersagegemäß entwickelt. In den Sommermonaten 2017 bewegt er sich vom Sternbild Drache in den nördlichen Teil des Sternbilds Herkules, ist somit ein Abendhimmelobjekt. Die Helligkeit dürfte in diesem Zeitraum von 15.5m auf 14.5m ansteigen. Die Erde kreuzt die Kometenbahnebene am 23. Juni.

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Auf Aufnahmen vom 15. Juli 2016, die mit dem MASTER-Teleskop auf Teneriffa gewonnen wurden, zeigte sich ein 17.0m helles asteroidales Objekt im südwestlichen Teil des Sternbilds Walfisch. Detaillierte Untersuchungen des Objekts zeigten kometare Morphologie. Komet C/2016 N4 (MASTER) wies eine hochverdichtete, 15" große Koma der Gesamthelligkeit 16.5m und einen bis zu 60" langen Schweif in PW=190° auf. Er passiert das Perihel seiner elliptischen Bahn mit einer Umlaufszeit von etwa 1.000 Jahren im September 2017 und könnte dann immerhin 14m hell sein. In den interessantesten Monaten (Mitte 2017 bis Anfang 2018) bewegt er sich durch die Sternbilder Andromeda, Kassiopeia und Kepheus (CBET 4291 / MPEC 2016-P06).
Die bis Ende April 2017 publizierten CCD-Beobachtungen – von August bis Dezember 2016 – sind ziemlich uneinheitlich, mit einer durchschnittlichen Entwicklung aber nicht unverträglich. Es kann daher angenommen werden, dass dieser Komet bis zu seinem Periheldurchgang seine Helligkeit leicht von 14.5m auf 14.0m steigern wird. In den Sommermonaten 2017 bewegt er sich vom Sternbild Andromeda in die Kassiopeia, ist somit eher ein Morgenhimmelobjekt.

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Am 14. Juli 2016 entdeckte das PanSTARRS-Team einen Kometen der 21. Größenklasse im Sternbild Herkules. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2016 N6 (PanSTARRS) zeigten eine hochverdichtete, 5x7" große Koma der Gesamthelligkeit 20.0m. Der Komet wird sein Perihel im Abstand von 2.7 AE erst im Juli 2018 passieren und könnte dann immerhin 14m hell sein (CBET 4309). Heller als 16m wäre er von Herbst 2017 bis Frühjahr 2019 mit dem Helligkeitsmaximum im Frühjahr 2018. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Bärenhüter, Drache, Kleiner Bär, Drache, Luchs (größte Helligkeit), Krebs, Wasserschlange, Achterdeck, Großer Hund und Hase. Zwischen Mitte Juni und Anfang September 2018 ist er für mitteleuropäische Beobachter unsichtbar.

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Auf Aufnahmen vom 26. August 2016 entdeckte das PanSTARRS-Team einen Kometen auf der Grenze der Sternbilder Steinbock/Wassermann, dessen Helligkeit es auf 21.5m schätzte, und der einen breiten, 6" langen Schweif in nördlicher Richtung aufwies. Detailbeobachtungen des Kometen C/2016 Q2 (PanSTARRS) zeigten eine hochverdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m und einen sehr breiten, 12" langen Schweif in PW=338°. Der Komet wird das ferne Perihel seiner Bahn (Sonnendistanz: 7.2 AE) mit einer Umlaufszeit von etwa 440 Jahren erst im Mai 2021 passieren und sollte dann etwa 15.5m hell sein. Heller als 16.0m wäre er vom Frühjahr 2020 bis zum Herbst 2022, wobei er sich in diesem Zeitraum durch die Sternbilder Schwan, Leier, Drache/Herkules und Großer Bär bewegt (CBET 4311 / MPEC 2016-V116).

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Auf PanSTARRS-Aufnahmen vom 7. September 2016 wurde ein Komet im südlichen Teil des Sternbilds Eridanus entdeckt. Komet C/2016 R2 (PanSTARRS) wies eine sehr diffuse, winzige Koma der Gesamthelligkeit 18.0m auf. Er wird das Perihel seiner Bahn (Sonnendistanz: 2.6 AE) erst Anfang Mai 2018 passieren, wobei er zum Jahreswechsel 2017/18 eine Maximalhelligkeit von 12.0m erreichen könnte (CBET 4318 / MPEC 2016-U07). Heller als 16.0m wäre er von Mitte 2017 bis Mitte 2019. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Eridanus über Orion, Stier, Fuhrmann, Luchs, Großer Bär, Jagdhunde in den Bärenhüter, wird somit in den interessanten Monaten ein gut zu beobachtendes Objekt sein.
Die bis Ende April 2017 publizierten CCD-Beobachtungen sind uneinheitlich. Diese deuten eine um 2m größere Helligkeit an (m0=4.0m/n=4), doch muss dies erst noch durch weitere Beobachtungen abgesichert werden. In den Sommermonaten 2017 bewegt sich der Komet im Grenzbereich der Sternbilder Orion/Eridanus, wo er für mitteleuropäische Beobachter ab dem 20. August am Morgenhimmel als 13.0m helles Objekt sichtbar wird.

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Am 6. November 2016 wurde der Komet C/2016 VZ18 (PanSTARRS) als asteroidales Objekt der 22. Größenklasse im Grenzbereich der Sternbilder Eridanus/Walfisch/Chemischer Ofen entdeckt (CBET 4351). Ende Dezember 2016 wurde seine kometare Natur festgestellt und eine Maximalhelligkeit von 16-17m abgeleitet. Ende Februar 2017 zeigte er sich dann jedoch 3m heller. Mitte März 2017 erreichte er eine Maximalhelligkeit von 13.5m und einen Durchmesser der mit DC 1 sehr diffusen Koma von etwa 1.5'. Danach nahm seine Helligkeit rasch ab.

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Im Rahmen der LINEAR-Durchmusterung wurde auf Aufnahmen vom 26. Januar 2017 ein 19.5m schwaches asteroidales Objekt im Grenzbereich der Sternbilder Wasserschlange/Rabe entdeckt. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 B3 (LINEAR) zeigten eine 8" große, deutlich verdichtete Koma der Helligkeit 18.5m. Der Komet wird sein recht fernes Perihel erst Anfang 2019 passieren und könnte zu dieser Zeit immerhin 14-15m hell sein, wird allerdings dann weit am Südhimmel stehen (CBET 4354). Im Zeitraum, in dem er heller als 16.0m sein dürfte, kann er von Mitteleuropa aus nicht beobachtet werden.

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Am 23. Februar 2017 entdeckte der Brasilianer J. Barros mit dem 45cm-Reflektor des SONEAR-Observatoriums einen Kometen im Sternbild Teleskop, nahe der Grenze zur Südlichen Krone. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 D2 (Barros) zeigten ein deutlich verdichtetes, 17.5m helles und 11" großes Objekt. Der Komet wird sein Perihel am 14. Juli 2017 in der Distanz von 2.48 AE passieren und sollte dann eine Maximalhelligkeit von 15.0m erreichen (CBET 4366 / MPEC 2017-J52). Heller als 16.0m wird er von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2017 sein, wobei er in diesem Zeitraum vom Sternbild Kranich in den westlichen Teil des Sternbilds Wassermann läuft. Von Mitteleuropa aus dürfte er kaum sinnvoll beobachtbar sein.

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Gennadii V. Borisov entdeckte am 1. März 2017 mithilfe eines 40cm-Roboter-Teleskops einen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Adler/Schütze/Schild, dessen Durchmesser er auf 20" und dessen Helligkeit er auf 17.0m schätzte. CCD-Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 E1 (Borisov) zeigten eine stark verdichtete, 50" große Koma der Helligkeit 14.0m. S. Yoshida beobachtete den Kometen am 3. März visuell als 1.4' großes Objekt mit einer Gesamthelligkeit von 12.2m. Der Komet wird sein Perihel am 10. April 2017 in der Distanz von 0.90 AE passieren (CBET 4369 / MPEC 2017-J52). Leider befindet er sich auf der gegenüberliegenden Seite der Erdbahn, weshalb er nur geringe Elongationen aufweisen und bis zum Perihel lediglich eine Größenklasse heller sein wird. Seine scheinbare Bahn führt ihn bis zum August über die Sternbilder Wassermann, Fische, Walfisch in das Sternbild Stier. Von Mitteleuropa aus war er nur bis Ende März knapp über dem östlichen Morgenhorizont sichtbar. Danach wird er erst wieder im August sichtbar, dürfte dann aber bereits schwächer als 16m sein.
Die wenigen publizierten Beobachtungen ergeben eine maximal beobachtete Helligkeit (Ende März bzw. Ende April) von 11.0m, womit sich die Helligkeitsparameter grob zu m0=11.0m/n=6 ergeben. Der Durchmesser der mäßig (DC 3-4) verdichteten Koma wurde auf bis zu 2.5' geschätzt.

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Mitte August 2016 taucht der Komet 43P/Wolf-Harrington (P=6.13a) am Morgenhimmel auf. Es wird eine Helligkeit von 11.0m erwartet. Bis Anfang Oktober wird er sich vom Sternbild Zwillinge in das Sternbild Sextant bewegen und langsam schwächer werden.
Für die Analyse der Sichtbarkeit 2016/17 können 60 Beobachtungen verwendet werden. Auf deren Basis ergibt sich eine Helligkeitsentwicklung, die mit der Formel m = 7.5m + 5×log D + 17.5×log r dargestellt werden kann, womit sich eine Maximalhelligkeit von 11.3m zur Zeit des Perihels ergibt. Der Komadurchmesser vergrößerte sich von 0.6' (65.000 km) zu Sichtbarkeitsbeginn auf den Maximalwert von 2.0' (190.000 km) Ende September 2016, um bis Ende Oktober rasch auf 0.9' (75.000 km), im weiteren Verlauf nur noch langsam – bis auf 0.7' (45.000 km) Anfang Februar 2017 – zurückzugehen. Dabei zeigte sich die Koma eher gering verdichtet (konstant DC 3).

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Besitzer mittelgroßer Instrumente können sich im Frühjahr 2016 am Kometen 53P/Van Biesbroeck (P=12.59a) versuchen. Er bewegt sich im Grenzbereich der Sternbilder Wassermann/Steinbock und sollte die 13. Größenklasse aufweisen.
Immerhin 47 Beobachtungen können für eine grobe Auswertung herangezogen werden. Die Helligkeitsschätzungen können mit den Parametern m0=8.2m/n=4 recht gut repräsentiert werden, was eine Maximalhelligkeit von 13.0m Mitte Juli 2016 ergibt. Der Komadurchmesser nahm von anfangs 0.5' (50.000 km) auf den Maximalwert von 1.2' (85.000 km) im August zu, um bis Ende Oktober wieder auf 0.7' (75.000 km) zurückzugehen. Dabei zeigte sich die Koma meist gering bis mäßig verdichtet (konstant DC 3); erst im Oktober wurde sie diffuser.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Die kleine Zahl an Beobachtungen des Kometen 65P/Gunn (P=7.64a), die bis Ende April 2017 publiziert wurde, weist darauf hin, dass er sich etwa gemäß den Helligkeitsparametern m0=6.0m/n=4.5 entwickelt. Obwohl der sich im Grenzbereich der Sternbilder Skorpion/Waage aufhaltende Komet erst Mitte Oktober 2017 sein Perihel passiert, wird er damit die maximale Helligkeit von etwa 13.0m bereits im Juni 2017 erreichen, und bis zu seinem Verschwinden über dem mitteleuropäischen Abendhorizont Ende Juli nur wenig schwächer werden. Seine mäßig verdichtete Koma weist einen Durchmesser von etwa 1' auf.

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Auch der Komet 71P/Clark (P=5.56a) entwickelt sich prognosegemäß, entsprechend den Helligkeitsparametern m0=8.5m/n=6.5, und wird damit im Juni 2017 eine Maximalhelligkeit von 10.5m erreichen. Leider steht er im südlichen Teil des Sternbilds Skorpion und ist somit von Mitteleuropa aus praktisch nicht zu beobachten. Anfang Mai 2017 schätzten die Beobachter den Durchmesser der merklich (DC 5) verdichteten Koma auf etwa 1'.

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Der Komet 73P/Schwassmann-Wachmann (P=5.44a) erreichte seine größte Helligkeit von 11.5m in den Tagen der größten Sonnennähe Mitte März 2017. Die Helligkeitsentwicklung kann aufgrund der kleinen Zahl publizierter Beobachtungen nur mit einer gewissen Unsicherheit mit den Helligkeitsparametern m0=11.0m/n=6 repräsentiert werden. Der Durchmesser der mäßig (DC 3) verdichteten Koma wurde auf 1.5-2.0' geschätzt.
Bei diesem Periheldurchgang konnte ein Fragment festgestellt werden, welches die Bezeichnung BT erhielt. Von diesem nahe der Hauptkomponente positionierten Fragment liegen zwischen Anfang Februar und Anfang März 2017 Beobachtungen vor. Demnach erreichte es zwischen dem 15. und 25. Februar eine Maximalhelligkeit von 11.0m, war somit kurzfristig sogar heller als die Hauptkomponente. Sein Durchmesser erreichte 1.3', wobei die Koma mit DC 2-3 nur mäßig verdichtet erschien.

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Der Komet 93P/Lovas (P=9.20a) entwickelte sich gemäß der kleinen Zahl publizierter Beobachtungen prognosegemäß (m0=9.0m/n=7), was bedeutet, dass er im Februar 2017 seine maximale Helligkeit von 14.5m erreichte, wobei der Durchmesser der mäßig (DC 4) verdichteten Koma auf lediglich 0.5-0.7' geschätzt wurde. Mittlerweile kann dieser Komet von Mitteleuropa aus nicht mehr beobachtet werden.

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Komet 144P/Kushida (P=7.57a) wird Anfang September 2016 am Morgenhimmel sichtbar. Er bewegt sich, langsam schwächer werdend, bis Anfang Dezember vom Sternbild Krebs in das Sternbild Jungfrau. Gemäß den ICQ-Werten (m0=8.5m/n=8) wird er dann die 13. Größenklasse aufweisen. Im letzten Periheldurchgang 2008/09 folgte der Komet nach dem Perihel allerdings den Parametern m0=6.0m/n=8, wäre somit 2.0-2.5m heller.
Lediglich 35 verwertbare Beobachtungen des Kometen können für eine grobe Auswertung verwendet werden. Die gesamten Helligkeitsschätzungen können recht gut mit der Formel m = 7.2m + 5×log D + 17.5×log r simuliert werden, was eine Maximalhelligkeit von 11.5m Anfang September 2016 ergibt. Während der Sichtbarkeit schrumpfte der Komadurchmesser von 1.8' (160.000 km) auf 0.7' (60.000 km). Die Koma war stets diffus, wobei der Kondensationsgrad von DC 3 auf DC 2 zurückging. Ein Beobachter meldete einen Komadurchmesser um 8' (700.000 km) und eine Maximalhelligkeit von 9.0m. Diese Werte sind - vergleicht man frühere Erscheinungen dieses Kometen - allerdings wenig plausibel. Verwendet man die aus dem Periheldurchgang 2008/09 ermittelten Helligkeitsparameter, ergibt sich für 2016 eine Maximalhelligkeit von 11.0m. Der maximale Komadurchmesser betrug 2008/09 325.000 km.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Eine Größenklasse schwächer als erwartet präsentierte sich der Komet 315P/LONEOS (P=11.23a) im Winter 2016/17. Seine maximale Helligkeit von etwa 14.0m erreichte er in den Tagen seines Periheldurchgangs Anfang Februar. Der Durchmesser der mäßig (DC 4) verdichteten Koma wurde auf 0.6' geschätzt. Die Helligkeitsparameter können grob zu m0=9.0m/n=4 bestimmt werden.

Andreas Kammerer


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