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Kometen-Auswertungen


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C/2025 K1 (ATLAS)


Am 24. Mai 2025 entdeckte das ATLAS-Team ein 18.5m helles asteroidales Objekt im Sternbild Pegasus, das sich bei Nachfolgebeobachtungen als kometar herausstellte. Komet C/2025 K1 (ATLAS) wies eine hochverdichtete 15" große Koma sowie einen schwachen, 11" langen Schweif in PW=255° auf. Der Komet wird sein sonnennahes Perihel (Sonnendistanz: 0.33 AE) am 8. Oktober 2025 passieren und könnte dann 9.5m hell sein. Bereits am 13. August nähert er sich der Erde bis auf 0.58 AE und dürfte dann die 12. Größenklasse aufweisen. Allerdings liegt seine absolute Helligkeit deutlich unterhalb des Bortle-Limits, so dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er sich auf seinem Weg zum Perihel auflöst (CBET 5557). Falls dies nicht der Fall sein sollte, würde er zwischen Juli 2025 und Mitte Januar 2026 heller als 16m sein und dabei der Erde am 25. November nochmals bis auf 0.40 AE nahekommen. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Pegasus, Füchschen, Herkules (1. Erdnähe), Schlange, Waage, Jungfrau, Rabe (Perihel), Löwe, Großer Bär (2. Erdnähe), Giraffe, Kassiopeia und Andromeda. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann er bis Ende August (dann 12.0m hell) am Abendhimmel verfolgt werden. Sollte er die Perihelpassage überstehen, wird er um den 20. Oktober (etwa 10.5m hell) wieder am Morgenhimmel auftauchen, rasch an Horizonthöhe gewinnen und letztlich an den Nachthimmel wechseln.

Der Komet zeigte eine sehr interessante Entwicklung. Überraschenderweise überstand er die große Sonnennähe, obwohl seine absolute Helligkeit unterhalb des Bortle-Limits liegt. Anfang Juni gerade einmal 17.0m hell, verschwand er als etwa 10.0m helles Objekt um den 25. September vom Abendhimmel. Würde er nach dem Periheldurchgang noch beobachtbar sein? Ab dem 25. Oktober gelangen Beobachtungen am Morgenhimmel, die den Kometen - mit stark verdichteter Koma - 9.5m hell zeigten, so dass er visuell ein überraschend einfaches Objekt war. Bis zum 10. November ging die Helligkeit auf 10.0m zurück. Auf der Basis von 242 Beobachtungen von 52 Beobachtern (bis Anfang November 2025) kann die Helligkeitsentwicklung bislang mit den Parametern

m0 = 11.8m / n = 3.7

leidlich gut dargestellt werden, wobei die Schätzungen zwischen Mitte August und Ende September etwa 0.5m unterhalb dieser Entwicklung liegen. Damit ergibt sich eine (nicht beobachtbare) Maximalhelligkeit 8.0m am 9. Oktober und eine beobachtbare Maximalhelligkeit von 9.5m um den 25. Oktober 2025.

Beobachtungen mit dem Hubble Space Telescope zeigten in der Nacht 31.10./1.11. einen Helligkeitsanstieg der kernnahen Region um 0.3m und am 4. November von 0.9m. Letzterer ist bei den gleitenden gewichteten 3-Tages-Mitteln der Gesamthelligkeit angedeutet (Amplitude etwa 0.5m). Eine Aufnahme vom 8. November zeigte als Folge dieses kurzfristigen Aktivitätsanstiegs 4 Fragmente in PW=197°, wobei die beiden hellsten einen gegenseitigen Abstand von 3.6" aufwiesen und parabolische Komae zeigten. Die anderen beiden Fragmente waren in größerer Distanz zum Kern und ziemlich diffus (ATel 17482 und 17488). Mit erdgebundenen Teleskopen konnten Mitte November drei Fragmente verfolgt werden, wobei die beiden hellsten auch visuell erkennbar waren.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser stieg von 0.4' zu Sichtbarkeitsbeginn bis Mitte August auf den Maximalwert von 1.6', der seitdem konstant blieb. Der absolute Komadurchmesser maß bis Mitte August recht konstant 35.000 km, dehnte sich dann aber bis Mitte September rasch auf 70.000 km aus. Nach dem Perihel misst er etwa 60.000 km. Die Koma zeigte sich bislang merklich verdichtet. Vor dem Periheldurchgang lag der Koma-Kondensationsgrad recht konstant bei DC 4, nach dem Perihel liegt er bei DC 5-6. Ein Schweif konnte bislang stets auf den CCD-Aufnahmen festgestellt werden. Dieser erreichte Mitte August eine Länge von 12'. Nach dem Perihel zeigt sich der Schweif bislang auch visuell auffällig mit einer Länge von etwa 12' (auf CCD-Aufnahmen bis zu 35'), was einer absoluten Länge von 400.000 km entspricht. War der Schweif zu Sichtbarkeitsbeginn nach WSW gerichtet, rotierte er zwischen Ende Juli und Mitte August rasch über Süd nach Ost. Nach dem Perihel ist er nach WNW orientiert.

Am Abend des 23.8. konnte Andreas Kammerer den Kometen im 39.7L, 62x sofort als schwaches, kleines, zur Mitte hin mäßig verdichtetes Objekt mit recht großer Eigenbewegung erkennen. Am 24.8. zeigte er sich im 39.7L, 62x erneut als schwaches, kleines, zur Mitte hin mäßig verdichtetes Objekt; bei 181x konnte er die Helligkeit des stellaren false nucleus zu 14.0m bestimmen. Gerhard Scheerle störte am 25.8. bei der Beobachtung im 23.5T ein nahebei stehender 11.0m heller Stern.

Die weitere Entwicklung des Kometen ist unsicher. Bei fortschreitender Fragmentierung kann er sehr rasch schwächer werden. Doch auch im anderen Fall wird die Helligkeit nach der Erdnähe am 25. November (Erddistanz: 0.40 AE) rasch zurückgehen und der Komet voraussichtlich bereits Mitte Januar 2026 schwächer als 16m werden. Er bewegt sich bis dahin vom Sternbild Großer Bär bis in den Grenzbereich der Sternbilder Andromeda/Fische. Er ist somit zunächst am Morgenhimmel, im weiteren Verlauf am Abendhimmel sichtbar. Die Erde kreuzt die Kometenbahnebene am 29. Dezember.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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