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Kometen-Auswertungen


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C/2020 M3 (ATLAS)


Ein asteroidales Objekt der 19. Größenklasse wurde von dem "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System" (ATLAS) am 27. Juni 2020 im Sternbild Bildhauer entdeckt. Nachfolgebeobachtungen zeigten, dass es sich um einen Kometen handelt. Komet C/2020 M3 (ATLAS) wies eine kompakte, 10" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m sowie einen 12" langen Schweif in PW=245° auf. Er wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.27 AE am 25. Oktober 2020 passieren und könnte Anfang November 14.0m hell sein (CBET 4808). Heller als 16m wäre er von September 2020 bis zum Jahreswechsel 2020/21. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Eridanus, Hase, Orion, Stier und Fuhrmann. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann er ab Oktober zunächst am Morgenhimmel, im weiteren Verlauf gegen Mitternacht beobachtet werden.

Der Komet entwickelte sich wesentlich positiver als erwartet! Ende August 2020 steigerte er seine Helligkeit innerhalb einer Woche von 16m auf 12m, um danach weiterhin einen sehr hohen Aktivitätsfaktor aufzuweisen. Auch wenn er letztlich die 8. Größenklasse erreichte, war er im Fernglas nie ein einfaches Objekt. Verursacht wurde diese Schwierigkeit durch seine diffuse, und in Erdnähe große Koma. Auf der Basis von 321 Beobachtungen von 16 Beobachtern ergibt sich eine Maximalhelligkeit von 7.7m am 8. November 2020 - zwei Wochen nach seinem Periheldurchgang und eine Woche vor der größten Erdnähe von 0.36 AE. Nach dem Perihel ging die Helligkeit deutlich langsamer zurück, wie die nachfolgenden Formeln aufzeigen:

vor dem Perihel: m = 7.0m + 5×log D + 28.8×log r
nach dem Perihel: m = 8.5m + 5×log D + 13.2×log r

Der scheinbare Komadurchmesser stieg ziemlich stetig von knapp 3' Anfang September 2020 auf den Maximalwert von 15' zum Zeitpunkt der größten Erdnähe an. Danach ging er zunächst rasch, ab Dezember langsamer zurück und maß Ende Januar 2021 nur noch 2'. Der absolute Komadurchmesser stieg zwischen Anfang September 2020 und Mitte Oktober von 70.000 km auf 260.000 km an. Dieser Wert blieb bis um den 20. November recht konstant. Danach kam es zu einem sehr stetigen Rückgang bis auf 90.000 km Ende Januar 2021.

Die Koma präsentierte sich stets recht diffus. Die Entwicklung des Kondensationsgrads erfolgte recht symmetrisch zum Perihel und lag zu Sichtbarkeitsbeginn und bei Sichtbarkeitsende bei DC 2. Der Maximalwert von DC 3-4 wurde Ende Oktober erreicht. Visuelle Schweifsichtungen gab es praktisch keine.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

In der Nacht 8./9.11. erschien Volker Kasten der Komet als schwieriges Objekt, wobei er eine etwa 10m helle zentrale Verdichtung auszumachen meinte. Am 12./13.11. konnte er im 20x80B nur ein schwaches Leuchten feststellen. Gerald Scheerle schätzte die Helligkeit des false nucleus am 14./15.11. im 9,25"-T, 181x auf 13.4m und am 18./19.11. auf 13.6m, wobei ihm die Koma in letzterer Nacht schwach grünlich erschien. Volker Kasten konnte am 19./20.11. im 15x50B eine blickweise bis 20' große Koma erkennen. Gerald Scheerle schätzte die Helligkeit des false nucleus im 9,25"-T, 181x am 24./25.11. auf 14.0m. Am 16./17.12. konnte er mit dem gleichen Instrument keinen false nucleus ausmachen. Am 18./19.12. meinte er, einen 14.4m schwachen false nucleus ausmachen zu können, doch stand der Komet in einem sehr dichten Milchstraßenfeld, so dass es sich möglicherweise um einen Hintergrundstern gehandelt haben könnte. Am 9./10.1.21 konnte er den Kometen nur zwischen Wolken hindurch beobachten, so dass die Werte unsicher sind.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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