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Kometen-Auswertungen


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C/2020 F3 (NEOWISE)


Auf Infrarot-Aufnahmen des NEOWISE-Satelliten vom 27. März 2020 wurde im südlichen Teil des Sternbilds Achterdeck ein Komet entdeckt. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) zeigten eine bis zu 2' große, sehr diffuse Koma der Helligkeit 16.0m. Der Komet wird sein sonnennahes Perihel am 3. Juli im Abstand von lediglich 0.30 AE passieren und könnte die 8. Größenklasse erreichen, steht zu dieser Zeit aber nahe bei der Sonne (CBET 4740/42). Zudem liegt die aus den aktuellen Beobachtungen ermittelte absolute Helligkeit deutlich unterhalb des Bortle-Limits, so dass eine Auflösung dieses Kometen noch vor der Perihelpassage wahrscheinlich ist. Die Erde kreuzt die Kometenbahnebene am 22. Mai.

In den ersten vier Wochen stieg die Helligkeit rasant an und erreichte am 10. April 11.0m. Danach verlief die Helligkeitsentwicklung bis zum Verschwinden des Kometen in der Dämmerung gemächlicher, aber noch immer überdurchschnittlich, wie 89 Beobachtungen von 11 Beobachtern (bis zum 10. Juni) zeigen. Um den 10. Juni hatte der Komet eine Helligkeit von 7.0m erreicht. Sofern der Komet die nachfolgenden Parameterwerte bis zum Perihel konstant beibehalten sollte, würde er im Perihel eine Maximalhelligkeit von 0m erreichen! Die entsprechenden Formeln sind wie folgt:

t < -70d: m = 0.8m + 5×log D + 42.5×log r
t > -70d: m = 7.0m + 5×log D + 13.5×log r

Entwicklung der heliozentrischen Helligkeit

Die allerletzten Beobachtungen liegen signifikant unterhalb der bisherigen Helligkeitsentwicklung. Dies kann ein Indiz für einen Helligkeitsbruch sein (wobei die dann geltenden Parameterwerte aufgrund der geringen Zahl an Beobachtungen undefiniert bleiben), oder einfach das Resultat der in jenen Tagen schlechter werdenden Beobachtungsbedingungen. Weitere Beobachtungen sind nicht zu erwarten, so dass es spannend sein wird, wie hell der Komet um den 10. Juli über dem abendlichen Horizont erscheinen wird. Möglich sind alle Werte zwischen 0m und 5m - oder er löst sich doch noch völlig auf.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der Komadurchmesser vergrößerte sich zwischen dem 10. April und dem 20. Mai von 2' (150.000 km) auf 8' (575.000 km). Während die Koma bis Mitte Mai recht diffus war (DC 2-3), verdichtete sie sich in den folgenden Wochen und wies Anfang Juni den Wert DC 5-6 auf. Ein Schweif wurde visuell bislang nicht beobachtet.

Andreas Kammerer


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