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Kometen-Auswertungen


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C/2018 Y1 (Iwamoto)


Am 18. Dezember 2018 entdeckte der Japaner Masayuki Iwamoto auf seinen CCD-Aufnahmen einen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Wasserschlange/Waage/Jungfrau. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2018 Y1 (Iwamoto) per CCD zeigten eine bis zu 2.9' große Koma der Gesamthelligkeit 12.5m mit einer auffälligen zentralen Verdichtung, aber ohne Schweif. Alan Hale schätzte den Kometen am 20. Dezember auf 11.5m mit einer 3.1' großen Koma. Der Komet wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.29 AE am 7. Februar 2019 passieren und könnte dann die 8. Größenklasse aufweisen (CBET 4588 / MPEC 2018-Y69). Am 13. Februar wird er die Erde in der Distanz von 0.30 AE passieren, wobei die Helligkeit 7.0m erreichen sollte. Gemäß meiner empirischen Formel kann ein Komadurchmesser von knapp 15' erwartet werden. Von Mitteleuropa aus kann er bis April 2019 verfolgt werden. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Jungfrau, Löwe (maximale Helligkeit), Krebs, Zwillinge, Fuhrmann und Perseus. Die Erde wird die Kometenbahnebene am 16. Februar kreuzen.

Auf der Basis von 52 Beobachtungen von 27 Beobachtern (bis Anfang Februar 2019) zeigt der Komet bislang einen extrem hohen Aktivitätsfaktor. Die bisherige Helligkeitsentwicklung kann sehr gut mit der Formel

m = 5.2m + 5×log D + 35×log r

dargestellt werden, was eine Maximalhelligkeit von 6.5m zum Zeitpunkt der größten Erdnähe ergibt.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Auch der Komadurchmesser entwickelt sich bislang rasant. Maß dieser in den Weihnachtstagen 2018 erst 1-2' (etwa 100.000 km), wurden am 6. Februar 2019 bereits 20' (400.000 km) geschätzt. Die rasante Entwicklung des scheinbaren Komadurchmessers ist somit nur teilweise durch die stark abnehmende Erddistanz verursacht. Die Koma ist nur mäßig verdichtet (DC 3-4). Ein Schweif wurde bislang nicht beobachtet.

Ob die Helligkeit nach der größten Erdnähe in gleicher Weise zurückgehen wird, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher wird er merklich langsamer schwächer werden. Bis Anfang Mai - wenn er für mitteleuropäische Standorte über dem abendlichen Nordwesthorizont verschwinden wird - bewegt sich der Komet vom Sternbild Krebs bis in den Perseus, wo er nahezu stationär wird.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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