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Kometen-Auswertungen


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Interessante schwächere Kometen 2018


Am 14. Oktober 2017 wurde im Rahmen des "Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System" (ATLAS) ein 18.5m helles Objekt nahe der Grenze der Sternbilder Kepheus/Drache entdeckt, welches zunächst als asteroidal angesehen wurde. Nachfolgebeobachtungen zeigten dann jedoch die kometare Natur des Objekts. Komet C/2017 T3 (ATLAS) wies eine 15" große, stark verdichtete Koma der Gesamthelligkeit 18.0m und einen 60" langen Schweif in PW=155° auf. Er wird das Perihel seiner Bahn am 19. Juli 2018 in der Sonnendistanz von 0.83 AE passieren und könnte dann 9.0m hell sein (CBET 4449). Da er sich allerdings zu dieser Zeit auf der der Erde gegenüberliegenden Seite der Sonne aufhalten wird, kann er von keinem Ort der Erde aus gut beobachtet werden. Von Mitteleuropa aus kann er nur bis Ende März am Abendhimmel beobachtet werden, wobei er dann nicht heller als 14m sein dürfte.
Der im Februar 2018 lediglich 15m helle Komet konnte von Beobachtern auf der Südhalbkugel ab Ende Juni als 9.5m helles Objekt wieder ausgemacht werden. Auf der Basis von 27 Beobachtungen von 7 Beobachtern zeigt sich eine Helligkeitsentwicklung, die gut mit den Parametern m0=9.3m / n=4 dargestellt werden kann. Damit ergibt sich eine Maximalhelligkeit von 9.2m am 25. Juli 2018. Die Koma erreichte in jenen Tagen einen Maximalwert von 4' (250.000 km). Der Kondensationsgrad stieg von Ende Juni bis zum Perihel von DC 4 auf DC 5-6 und fiel danach bis Ende August auf DC 2-3 ab. Ein Schweif wurde nicht beobachtet.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Der auf Aufnahmen vom 9. März 2018 mit dem 1.5m-Teleskop auf dem Mt. Lemmon von A.R. Gibbs als 20m helles asteroidales Objekt entdeckte und am 23. Mai sein Perihel in der Distanz von 1.56 AE passierende Komet C/2018 EF9 (Lemmon) (CBET 4511) zeigte zwischen Anfang Mai und Anfang Juni 2018 einen kurzfristigen Ausbruch, der ihn um den 20. Mai immerhin etwa 13.0m hell werden ließ. Dabei präsentierte er eine extrem diffuse, etwa 3' große Koma.

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Am 25. Mai 2018 entdeckte Henry Weiland auf Aufnahmen, die im Rahmen des ATLAS-Projekts mit dem 0.5m-Schmidt-Reflektor auf dem Mauna Loa Observatorium erhalten wurden, einen Kometen im östlichen Teil des Sternbilds Schütze, der eine 12" große Koma der Gesamthelligkeit 17m und einen 12" langen Schweif in westlicher Richtung aufwies. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2018 K1 (Weiland) zeigten eine extrem diffuse, bis zu 1.0' große Koma der Gesamthelligkeit 15.0m und bestätigten den schwachen Schweif in westlicher bis südwestlicher Richtung. Der Komet passierte sein Perihel im Sonnenabstand von 1.88 AE bereits am 6. April 2018 und wird nun langsam schwächer (CBET 4518). Heller als 16.0m war er lediglich im Mai/Juni, als er vom Sternbild Steinbock in den nördlichen Teil des Sternbilds Skorpion lief.

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Mitte Juni 2018 taucht der Komet 37P/Forbes (P=6.43a) über dem östlichen Morgenhorizont auf, welcher bereits am 4. Mai sein Perihel (Sonnendistanz: 1.61 AE) passierte. Bis Mitte August bewegt er sich vom östlichen Bereich des Sternbilds Wassermann in den Kopf des Sternbilds Fische. Seine Helligkeit dürfte leicht von 12.5m auf 13.0m zurückgehen.
Der Komet wies eine stetige, steile Helligkeitsentwicklung in der aktuellen Sichtbarkeit auf. Auf der Basis von 79 Beobachtungen von 16 Beobachtern kann die Helligkeitsentwicklung mit der Formel
m = 6.0m + 5×log D + 29×log r
gut dargestellt werden. Damit ergibt sich eine Maximalhelligkeit von 12.6m um den 25. Mai 2018. Der scheinbare Komadurchmesser betrug anfangs 1.1' und stieg im Verlauf der Sichtbarkeit auf den Maximalert von 1.5' an, der zwischen Mitte Mai und Mitte August nahezu konstant blieb. Danach nahm der scheinbare Komadurchmesser ab und maß Anfang Oktober nur noch 1.0'. Damit ergibt sich ein absoluter Komadurchmesser, der stetig von 110.000 km auf 55.000 km zurückging. Die Koma präsentierte sich mäßig verdichtet. Der Kondensationsgrad stieg von anfangs DC 3 im April auf DC 4 zwischen Ende Mai und Anfang Juli, um bis Anfang Oktober auf DC 2 zurückzugehen. Ein Schweif wurde nicht beobachtet.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Mitte Mai 2018 sollte der Komet 48P/Johnson (P=6.54a) heller als 16m werden und seine Helligkeit bis Mitte August - zur Zeit seiner Perihelpassage am 12. August im Sonnenabstand von 2.00 AE - auf 14.5m steigern. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom nordöstlichen Teil des Sternbilds Steinbock in das Grenzgebiet der Sternbilder Wassermann/Südlicher Fisch, um sich im Winter 2018/19 wieder nordwärts in Richtung der Grenzregion der Sternbilder Walfisch/Fische zu bewegen.
Der Komet wies in dieser Sichtbarkeit eine deutlich unterschiedliche Helligkeitsentwicklung vor und nach dem Perihel auf. Auf der Basis von 112 Beobachtungen von 18 Beobachtern ergeben sich für die Helligkeitsentwicklung die folgenden zeitabhängigen Formeln:
vor dem Perihel: m = 12.3m + 5×log D + 0.019×|t-T|
nach dem Perihel: m = 12.3m + 5×log D
Diese Formeln ergeben eine Maximalhelligkeit von 12.3m um den 20. August 2018. Der scheinbare Komadurchmesser stieg zwischen Ende Mai und Ende Juli von 0.5' auf 1.5' an. Dieser Wert wurde sechs Wochen lang konstant gehalten. Ab Mitte September ging er wieder zurück und maß Mitte Oktober 1.0' und Ende Dezember 0.5'. Der absolute Komadurchmesser dehnte sich von 35.000 km Ende Mai auf den Maximalwert von 85.000 km Ende Juni aus. Danach schrumpfte die Koma kontinuierlich und maß Mitte Oktober noch 60.000 km und Ende Dezember nur noch 45.000 km. Die Koma verdichtete sich in den ersten Monaten leicht von DC 3-4 auf den Maximalwert von DC 5 im August, um danach wieder langsam diffuser zu werden (Mitte Oktober DC 3-4, Ende Dezember DC 2-3). Visuelle Schweifsichtungen liegen nicht vor.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Ab etwa Mitte Juli 2018 kann der am 19. Mai sein Perihel im Abstand von 1.29 AE passierende Komet 66P/du Toit (P=14.90a) über dem südöstlichen Morgenhimmelhorizont gesichtet werden. Der im südlichen Teil des Sternbilds Walfisch positionierte Komet dürfte zu dieser Zeit etwa 12.0m hell sein, wobei seine Helligkeit bis Mitte August um eine Größenklasse zurückgehen dürfte.
Der Komet wies eine steile Helligkeitsentwicklung auf, wie 75 Beobachtungen von 10 Beobachtern ausweisen. Auf deren Basis ergeben sich die Parameter zu m0=8.2m/n=10, was eine maximale Helligkeit von 10.7m um den 20. Mai 2018 ergibt. Der Komadurchmesser stieg von 1.5' (75.000 km) zu Sichtbarkeitsbeginn rasch auf den Maximalwert von 6.5' (240.000 km) an, der Anfang Juni erreicht wurde. Danach begann er zu schrumpfen und maß Ende Juli nur noch 2.5' (100.000 km) und Mitte September 0.5' (25.000 km). Die Koma präsentierte sich stets sehr diffus. Der Kondensationsgrad lag zwischen DC 1-2 und DC 2-3 (insbesondere um das Perihel). Ein Schweif wurde nicht beobachtet.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Am 27. Januar 2018 wird der Komet 185P/Petriew (P=5.46a) ein weiteres Mal durch sein Perihel laufen (Sonnendistanz: 0.93 AE) und könnte dann 10.5m hell sein. Der Komet zeigt typischerweise einen großen Aktivitätsparameter (um n=12), so dass eine kurze Sichtbarkeit resultiert. Heller als 16.0m wäre er von Ende November 2017 bis Anfang April 2018. Während dieses Zeitraums bewegt er sich entlang der Ekliptik vom Grenzbereich der Sternbilder Schütze/Adler in die Nordwestecke des Sternbilds Orion. Er ist somit ein Abendhimmelobjekt, wird aber nur Horizonthöhen von maximal 25° erreichen.
Knapp 30 Beobachtungen kann ich für eine grobe Auswertung verwenden. Diese zeigen zwar einen raschen Helligkeitsrückgang von 11.2m in den Tagen des Perihels auf 14.0m Anfang April, doch die hieraus abgeleiteten Parameter von m0=11.0m/n=6 ergeben einen wesentlich kleineren Aktivitätsparameter als in den vorausgegangenen Sichtbarkeiten. Parallel zur Helligkeit schrumpfte der Komadurchmesser von knapp 2.5' (150.000 km) auf nur noch 0.8' (50.000 km) Ende März, wobei sich die Koma stets ziemlich diffus (DC 2-3) präsentierte. Ein Schweif wurde nicht ausgemacht.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Der Komet 240P/NEAT (P=7.62a), der Mitte Mai 2018 sein Perihel passiert (Sonnendistanz 2.13 AE), steigerte seine Helligkeit gemäß H. Sato zwischen dem 18. Juli und dem 28. August 2017 deutlich schneller als erwartet. Wies er am 18. Juli eine 15" große Koma der Gesamthelligkeit 17.3m (im w-Band) auf, so zeigte er sich am 28. August überraschend 13.9m hell, mit einer 1.3' großen Koma. Die Schweiflänge vergrößerte sich von 75" auf 3' (CBET 4427). Weitere Beobachtungen zeigten dann allerdings zunächst eine konstante, um 4m größere Helligkeit als prognostiziert. Die Maximalhelligkeit von 13.8m wurde Mitte Oktober 2017 erreicht. Seitdem nimmt die Helligkeit, trotz sinkender Sonnendistanz, langsam wieder ab. Anfang Januar 2018 wurde diese zu 15.0m bestimmt. Der Komadurchmesser lag zwischen September und Dezember 2017 konstant bei knapp 1.0', was eine leichte Ausdehnung des absoluten Durchmessers von 80.000 km auf 100.000 km bedeutet. Dabei präsentierte sich die Koma ziemlich diffus (DC 2-3).

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Erwin Schwab gelang mit Aufnahmen, die er remote mit dem 0.8m-Teleskop auf Calar Alto am 16. Januar 2018 gewann, die Wiederentdeckung des Kometen P/2013 CU129 (PanSTARRS). Dabei präsentierte sich Komet P/2018 A2 (PanSTARRS) als 20.0m schwaches, stellares Objekt. Sein Perihel im Abstand von 0.80 AE wird er am 24. Juni 2018 passieren (CBET 4474/75). Geht man von den im Jahr 2013 abgeleiteten Helligkeitsparametern aus (m0=17.5m / n=2), so wird der Komet im Juli 2018 eine Maximalhelligkeit von 14.0m erreichen, zu der Zeit aber nur am Südhimmel sichtbar sein. Von Mitteleuropa aus wird er beim Verschwinden über dem westlichen Abendhorizont Anfang Juni lediglich 16.0m hell sein. Zwischenzeitlich hat der Komet die permanente Bezeichnung 364P/PanSTARRS erhalten.
Der Komet wurde deutlich heller als prognostiziert und erreichte um den 10. Juli 2018 eine größte Helligkeit von 11.4m. Auf der Basis von 41 Beobachtungen von 7 Beobachtern ergeben sich die Helligkeitsparameter zu m0=15.4m / n=5. Der Komet stand der Erde während der Sichtbarkeit sehr nahe, wobei er am 19. Juli eine minimale Distanz von 0.24 AE erreichte. Dabei wies der Komet über lange Zeit hinweg eine stark verdichtete (DC 5-6) aber außerordentlich kleine Koma auf, die mit der geringen absoluten Helligkeit korrespondiert. Der Komadurchmesser stieg von 0.4' (knapp 10.000 km) zu Sichtbarkeitsbeginn auf den Maximalwert von 1.7' (25.000 km) Ende Juni an, um dann wieder bis auf 0.5' (10.000 km) Ende August zu schrumpfen. Ein Schweif wurde - visuell und per CCD zwischen Mitte Juni und Mitte August beobachtet, wobei dessen Länge 10' (150.000 km) erreichte. Dieser wies anfangs in östliche Richtung, drehte im Verlauf seiner Sichtbarkeit aber von Süd auf West.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Andreas Kammerer


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