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Kometen-Auswertungen


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Interessante schwächere Kometen 2017


Auf PanSTARRS-Aufnahmen vom 2. November 2015 wurde ein Objekt im Sternbild Giraffe entdeckt, welches ein wenig diffuser als die Feldsterne erschien. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2015 V1 (PanSTARRS) zeigten eine 6" kleine Koma der Gesamthelligkeit 19.5m, aber keinen Schweif. Die ersten Bahnelemente, nach denen der Komet der Sonne im Oktober 2014 sehr nahe gekommen wäre, mussten aufgrund weiterer Beobachtungen extrem geändert werden. Nach den aktuellen Elementen wird der Komet sein recht fernes Perihel erst Ende 2017 passieren und könnte dann, zu der Zeit das Sternbild Fische durchlaufend, immerhin 15.5m hell sein (CBET 4160 / MPEC 2015-V61).
Insgesamt 18 Beobachtungen konnte ich für eine grobe Auswertung verwenden. Die Helligkeitsschätzungen können mit den Helligkeitsparametern m0=5.5m/n=4 leidlich gut simuliert werden, womit der Komet im Oktober 2017 eine Maximalhelligkeit von 14.5m erreichte. Die nur wenig verdichtete (DC 3) Koma erreichte 0.6' (100.000 km).

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Auf PanSTARRS-Aufnahmen vom 23. Januar 2016 entdeckte das Team einen Kometen der 20. Größenklasse im Sternbild Widder, der eine winzige Koma und einen kurzen Schweif aufwies. Dieses Objekt konnte daraufhin mit dem von W. Yeung am 18. Dezember 2015 entdeckten asteroidalen Objekt 2015 YY6 und mit dem am Mt. Lemmon Observatorium am 2. November im Grenzbereich der Sternbilder Stier/Fuhrmann/Perseus entdeckten asteroidalen Objekt 2015 VL62 identifiziert werden. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2015 VL62 (Lemmon-Yeung-PanSTARRS) zeigten eine hochverdichtete, 8" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und einen 15" langen Schweif in PW=80°. Er wird sein Perihel erst am 28. August 2017 passieren und könnte dann 12-13m hell sein (CBET 4246/47). Heller als 16.0m wäre er von Ende 2016 bis Mitte 2018, wobei er in diesem Zeitraum in westlicher Richtung vom Sternbild Widder in den Skorpion laufen wird. Zur Zeit seiner maximalen Helligkeit wird er vom Sternbild Pegasus in den Adler laufen und damit ein Objekt der ganzen Nacht sein.
Nur mäßig gut dokumentieren die mir bis Oktober 2017 bekannt gewordenen 50 Beobachtungen von 16 Beobachtern die Entwicklung des Kometen. Der Helligkeitsverlauf kann leidlich gut mit den Parametern m0=10.0m/n=2 simuliert werden, was eine Maximalhelligkeit von 13.5m um den 20. August 2017 ergibt. Der Komadurchmesser nahm von anfangs 0.4' (55.000 km ) bis auf 1.2' (90.000 km) in den Wochen des Perihels zu, um dann bis Ende Oktober auf 0.4' (50.000 km) zurückzugehen. Dabei war die Koma stets ziemlich diffus. Der Koma-Kondensationsgrad entwickelte sich von DC 2 auf DC 3-4, um Ende Oktober bei DC 2-3 zu liegen. Ein Schweif wurde visuell nicht gesichtet.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Auf Aufnahmen vom 15. Juli 2016, die mit dem MASTER-Teleskop auf Teneriffa gewonnen wurden, zeigte sich ein 17.0m helles asteroidales Objekt im südwestlichen Teil des Sternbilds Walfisch. Detaillierte Untersuchungen des Objekts zeigten kometare Morphologie. Komet C/2016 N4 (MASTER) wies eine hochverdichtete, 15" große Koma der Gesamthelligkeit 16.5m und einen bis zu 60" langen Schweif in PW=190° auf. Er passiert das Perihel seiner elliptischen Bahn mit einer Umlaufszeit von etwa 1.000 Jahren im September 2017 und könnte dann immerhin 14m hell sein. In den interessantesten Monaten (Mitte 2017 bis Anfang 2018) bewegt er sich durch die Sternbilder Andromeda, Kassiopeia und Kepheus (CBET 4291 / MPEC 2016-P06).
Die mir bekannt gewordenen 20 Beobachtungen lassen nur sehr grobe Aussagen zu. Die Helligkeit entwickelte sich entsprechend den Parametern m0=7.0m/n=4. Allerdings war die überdeckte Varianz in der Sonnendistanz sehr klein, so dass diese Werte entsprechend unsicher sind. Der Komet wies seine maximale Helligkeit von 14.5m im September 2017 auf. Der maximale Komadurchmesser wurde zu 0.8' bestimmt.

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Am 23. Februar 2017 entdeckte der Brasilianer J. Barros mit dem 45cm-Reflektor des SONEAR-Observatoriums einen Kometen im Sternbild Teleskop, nahe der Grenze zur Südlichen Krone. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 D2 (Barros) zeigten ein deutlich verdichtetes, 17.5m helles und 11" großes Objekt. Der Komet wird sein Perihel am 14. Juli 2017 in der Distanz von 2.48 AE passieren und sollte dann eine Maximalhelligkeit von 15.0m erreichen (CBET 4366 / MPEC 2017-J52). Heller als 16.0m wird er von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2017 sein, wobei er in diesem Zeitraum vom Sternbild Kranich in den westlichen Teil des Sternbilds Wassermann läuft. Von Mitteleuropa aus dürfte er kaum sinnvoll beobachtbar sein.
Die wenigen publizierten Beobachtungen deuten auf eine Maximalhelligkeit von lediglich 16.5m im August 2017 hin.

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Gennadii V. Borisov entdeckte am 1. März 2017 mithilfe eines 40cm-Roboter-Teleskops einen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Adler/Schütze/Schild, dessen Durchmesser er auf 20" und dessen Helligkeit er auf 17.0m schätzte. CCD-Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 E1 (Borisov) zeigten eine stark verdichtete, 50" große Koma der Helligkeit 14.0m. S. Yoshida beobachtete den Kometen am 3. März visuell als 1.4' großes Objekt mit einer Gesamthelligkeit von 12.2m. Der Komet wird sein Perihel am 10. April 2017 in der Distanz von 0.90 AE passieren (CBET 4369 / MPEC 2017-J52). Leider befindet er sich auf der gegenüberliegenden Seite der Erdbahn, weshalb er nur geringe Elongationen aufweisen und bis zum Perihel lediglich eine Größenklasse heller sein wird. Seine scheinbare Bahn führt ihn bis zum August über die Sternbilder Wassermann, Fische, Walfisch in das Sternbild Stier. Von Mitteleuropa aus war er nur bis Ende März knapp über dem östlichen Morgenhorizont sichtbar. Danach wird er erst wieder im August sichtbar, dürfte dann aber bereits schwächer als 16m sein.
Nur etwa 20 Beobachtungen dieses Kometen wurden mir bekannt, mit denen die Helligkeitsparameter nur sehr grob zu m0=10.5m/n=6 bestimmt werden können, wobei dabei die Beobachtungen eines Beobachters unberücksichtigt blieben, der systematisch zu große Helligkeiten und Komadurchmesser schätzt. Der Komet erreichte Anfang April 2017 eine maximale Helligkeit von 10.5m, bei einem Durchmesser der eher gering verdichteten (DC 3) Koma von 2.5'.

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Der Komet 65P/Gunn (P=7.64a) wird im Oktober 2017 sein Perihel passieren. Aufgrund seiner geringen Exzentrizität kann seine langsame Entwicklung aber etwa 2 Jahre in großen Amateurteleskopen verfolgt werden. Leider steht er in den interessantesten Monaten in den Sternbildern Skorpion und Schütze, wird daher für mitteleuropäische Beobachter ein schwieriges Objekt sein.
Insgesamt sind mir 35 Beobachtungen des Kometen kannt geworden. Diese weisen auf die Helligkeitsparameter m0=7.5m/n=4 hin, womit der Komet im Juni 2017 eine Maximalhelligkeit von 13.8m erreicht hat. Der maximale Komadurchmesser betrug 0.8' (75.000 km) während des Sommers 2017, wobei die Koma ziemlich diffus war (DC 2-3).

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Der Komet 73P/Schwassmann-Wachmann (P=5.44a) erreichte seine größte Helligkeit von 11.5m in den Tagen der größten Sonnennähe Mitte März 2017. Die Helligkeitsentwicklung kann aufgrund der kleinen Zahl publizierter Beobachtungen nur mit einer gewissen Unsicherheit mit den Helligkeitsparametern m0=11.0m/n=6 repräsentiert werden. Der Durchmesser der mäßig (DC 3) verdichteten Koma wurde auf 1.5-2.0' geschätzt.
Bei diesem Periheldurchgang konnte ein Fragment festgestellt werden, welches die Bezeichnung BT erhielt. Von diesem nahe der Hauptkomponente positionierten Fragment liegen zwischen Anfang Februar und Anfang März 2017 Beobachtungen vor. Demnach erreichte es zwischen dem 15. und 25. Februar eine Maximalhelligkeit von 11.0m, war somit kurzfristig sogar heller als die Hauptkomponente. Sein Durchmesser erreichte 1.3', wobei die Koma mit DC 2-3 nur mäßig verdichtet erschien.

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Der Komet 93P/Lovas (P=9.20a) entwickelte sich gemäß der kleinen Zahl publizierter Beobachtungen prognosegemäß (m0=9.0m/n=7), was bedeutet, dass er im Februar 2017 seine maximale Helligkeit von 14.5m erreichte, wobei der Durchmesser der mäßig (DC 4) verdichteten Koma auf lediglich 0.5-0.7' geschätzt wurde.

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Eine kleine Zahl publizierter Beobachtungen des Kometen 96P/Machholz (P=5.29a) weisen darauf hin, dass der Komet sich vor dem Perihel 2017 (am 27. Oktober in der Sonnendistanz von 0.12 AE) gemäß den prognostizierten Parametern m0=15.0m/n=5 entwickelte. Damit erreichte er Mitte Oktober 2017 – bevor er in der Dämmerung verschwand – eine Helligkeit von 11.0m und dürfte in den Tagen seiner größten Sonnennähe eine Maximalhelligkeit um 3m erreicht haben. Nach dem Perihel steht er der Sonne über viele Wochen hinweg sehr nahe, so dass weitere Beobachtungen nicht mehr durchgeführt werden können.

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Ende September 2017 passiert der Komet 213P/Van Ness (P=6.12a) erneut sein Perihel und könnte dann 11.5m hell werden. Allerdings zeigte er bei seinem letzten Periheldurchgang einen Helligkeitsausbruch, so dass eher mit einem schwächeren Objekt gerechnet werden sollte. Leider bewegt sich der Komet in den interessantesten Wochen im Sternbild Schütze.
Der Komet zeigte eine durchschnittliche Entwicklung in dieser Sichtbarkeit, wie 25 Beobachtungen ausweisen. Der Helligkeitsverlauf kann gut mit den Parametern m0=10.5m/n=4 repräsentiert werden, was eine maximale Helligkeit von 13.5m Ende Juli 2017 ergibt. Der Komadurchmesser maß sowohl zu Sichtbarkeitsbeginn als auch Mitte Oktober 0.5' (25.000 km) und erreichte Ende Juli den Maximalwert von 0.7' (35.000 km). Dabei zeigte die Koma einen konstanten Kondensationsgrad von DC 3.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Andreas Kammerer


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