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C/2017 E4 (Lovejoy)


Der australische Amateur Terry Lovejoy entdeckte am 9. März 2017 einen Kometen im südwestlichen Bereich des Sternbilds Schütze. Er schätzte die Helligkeit des Kometen C/2017 E4 (Lovejoy) auf etwa 15.0m, den Komadurchmesser auf mehr als 1'. Nachfolgebeobachtungen zeigten eine bis zu 2.8' große Koma der Gesamthelligkeit 11.8m, welche eine zentrale Kondensation sowie einen false nucleus der Helligkeit 14.5m aufwies. Der Komet wird sein sonnennahes Perihel am 23. April 2017 im Abstand von 0.49 AE passieren (IAUC 4373). Dabei wird er sich etwa in Sichtlinie mit der Sonne aufhalten, zunächst deutlich oberhalb der Ekliptikebene, sich aber im weiteren Verlauf dieser wieder annähernd, was zu abnehmenden Elongationen führt, so dass er nicht besonders gut sichtbar sein wird. Von Mitteleuropa aus sollte er etwa vom 20. März bis Ende April in Höhen von weniger als 20° am Morgenhimmel sichtbar sein. In diesem Zeitraum wird er sich durch die Sternbilder Steinbock, Wassermann, Pegasus und Andromeda bewegen, wobei seine Helligkeit bis Mitte April von 10.5m auf 8.5m ansteigen und danach bis Ende Mai wieder auf 9.0m zurückgehen sollte.

Der Komet wies in den ersten vier Wochen seiner Sichtbarkeit eine sehr steile Helligkeitsentwicklung auf, wie 95 Beobachtungen von 31 Beobachtern ausweisen. Doch 15 Tage vor dem Periheldurchgang, am 8. April, brach die Aktivität urplötzlich ein. Die Helligkeit wich von Tag zu Tag stärker von den Prognosen ab und stürzte dann rasch ab. Parallel dazu wurde die Koma immer diffuser und zeigte keinen false nucleus mehr. Die größte Helligkeit von 6.2m wurde am 8. April erreicht. Die Helligkeitsentwicklung kann mit den folgenden Formeln dargestellt werden:

t < -15d: m = 11.7m + 5×log D + 23×log r
t > -15d: m = 10.0m + 5×log D + 0.18×(t-T)

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der Komadurchmesser stieg bis in die ersten Apriltage ähnlich rapide von knapp 1' (30.000 km) Mitte März auf knapp 8' (225.000 km) Anfang April an, um bis zum 23. April auf 2' (90.000 km) abzufallen. Dabei verdichtete sich die Koma in der ersten Phase von DC 3-4 auf DC 7, um bis zum 23. April auf DC 2-3 abzufallen. Visuell wurde ein Schweif zwischen dem 1. und dem 23. April gemeldet, mit einer Maximallänge von 25' (600.000 km). In diesem Zeitraum wies er anfangs in westliche, am Ende in nordwestliche Richtung.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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