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C/2015 ER61 (PanSTARRS)


Ein bereits am 14. März 2015 vom PanSTARRS-Projekt im Grenzbereich der Sternbilder Sextant/Löwe entdecktes asteroidales Objekt der 21. Größenklasse zeigte bei Beobachtungen im Januar 2016 kometare Morphologie. Komet C/2015 ER61 (PanSTARRS) wies eine winzige Koma (ca. 3") der Gesamthelligkeit 18.0m und einen 2" langen Schweif in PW=120° auf. Er wird sein Perihel - sehr nahe der Erdbahn (1.04 AE) - Anfang Mai 2017 passieren und wird zu diesem Zeitpunkt, sofern er eine durchschnittliche Helligkeitsentwicklung aufweisen sollte, eine Helligkeit von 8m erreichen (CBET 4248/49)! Allerdings wird er von Mitteleuropa aus erst ab Mitte Juli (dann wohl bereits wieder 10m hell) Horizonthöhen von über 20° erreichen, während zwischen Ende April und Anfang Juni bei beginnender Dämmerung lediglich Höhen von weniger als 5° erreicht werden.

Der Komet überraschte im Frühjahr 2017 positiv. Auf der Basis von 103 Beobachtungen von 18 Beobachtern (bis Ende April 2017) entwickelte sich seine Helligkeit gemäß der Formel

m = 6.8m + 5×log D + 12.8×log r

womit sich eine Maximalhelligkeit von 7.5m in der ersten Maiwoche 2017 ergibt. Allerdings durchlebte der Komet zwischen dem 3. und 20. April einen kurzfristigen Helligkeitsausbruch (in der Formel nicht berücksichtigt), der ihn bis zu 2m heller werden ließ, so dass er am 6. April 2017 seine tatsächlich größte Helligkeit von 6.0m erreichte.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der Komadurchmesser nahm zwischen Ende Januar und Anfang April von 1.5' (150.000 km) auf 4.5' (275.000 km) zu, um dann rasch auf 8' (400.000 km) anzusteigen. Dieser Wert blieb während des Ausbruchs in etwa konstant, nahm danach aber wieder ab und erreichte Ende April 5' (275.000 km). Die Koma verdichtete sich in den ersten Wochen langsam von DC 2-3 auf DC 4-5, um in den ersten Tagen des Ausbruchs kurzfristig auf DC 5-6 anzusteigen. Danach ging der Verdichtungsgrad zunächst rasch wieder auf den Wert vor dem Ausbruch zurück, stieg in den folgenden Tagen aber langsam wieder an und erreichte Ende April den Wert DC 5.

Ein visueller, in westliche Richtung weisender Schweif wurde ab der ersten Märzwoche beobachtet. Er erreichte während des Ausbruchs eine Maximallänge von knapp 0.5° (1.8 Mill. km), wurde aber kurz danach - zumindest visuell - unsichtbar.

Der Komet wird für mitteleuropäische Beobachter in der letzten Julidekade 2017 wieder am Morgenhimmel sichtbar, wobei er sich im Grenzbereich der Sternbilder Fische/Stier aufhält. Seine Helligkeit wird bis Anfang September von 10.5m auf 12.0m zurückgehen.

Andreas Kammerer


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