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45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova

2016/17


Der Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova (P=5.26a) wird die Erde am 11. Februar 2017 in der sehr geringen Distanz von 0.084 AE passieren und könnte dann mit einer Maximalhelligkeit von 5.5m im Fernglas sichtbar sein. Doch dafür wird ein recht dunkler Himmel nötig sein, denn der Komet wird in jenen Tagen eine vollmondgroße Koma aufweisen. Während der Komet in Perihelnähe eine hochverdichtete Koma zeigt, wird diese in den folgenden Wochen rasch diffuser. Sechs Wochen nach dem Periheldurchgang (31. Dezember 2016) ist daher eine sehr bis extrem diffuse Koma zu erwarten. Von Mitteleuropa aus wird der Komet nach dem Perihel erst Anfang Februar erscheinen. Im Sternbild Adler positioniert, taucht er über dem östlichen Morgenhimmelhorizont auf und gewinnt in den folgenden Tagen rasch an Höhe. Bis zur größten Erdnähe verändert sich seine Helligkeit nur wenig, danach aber wird er rasch schwächer werden. Bis zur ersten Märzwoche passiert er nacheinander die Sternbilder Adler, Herkules, Nördliche Krone, Bärenhüter, Jagdhunde und steht schließlich im Grenzbereich der Sternbilder Löwe / Kleiner Löwe.

Der Komet zeigte über die gesamte Sichtbarkeit 2016/17 hinweg eine überraschend stetige Entwicklung, wie 212 Beobachtungen von 27 Beobachtern ausweisen. Demnach kann die Helligkeitsentwicklung mit der Formel

m = 11.4m + 5×log D + 12.8×log r

recht gut dargestellt werden, und es muss nicht in die Zeit vor und nach dem Perihel unterschieden werden. Die Maximalhelligkeit ist allerdings nicht gut definiert. Gemäß der Formel hätte der Komet kurz nach dem Perihel eine Helligkeit von 6.8m erreicht haben sollen, nach dem Perihel – aufgrund der großen Erdnähe – eine von 5.8m. Tatsächlich beobachtet wurde um den 8. Januar eine maximale Helligkeit von 6.1m, während der größten Erdnähe hingegen von nur 6.5m. Dabei muss aber einschränkend darauf hingewiesen werden, dass einerseits der Komet in den Tagen des Perihels nur schlecht beobachtet werden konnte (geringe Horizonthöhe, Vollmond), andererseits die Helligkeit in den Tagen der Erdnähe möglicherweise zu schwach geschätzt wurde, da die Koma nicht in ihrer ganzen Ausdehnung erfasst werden konnte.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Vor dem Perihel stieg der scheinbare Komadurchmesser stetig rascher an, von 1.5' Anfang Dezember 2016 auf 6' am 8. Januar 2017. Nach dem Perihel stieg er – aufgrund der Erdannäherung – zunächst rasch an, und zwar von 10' in den ersten Februartagen auf 25' um den 17. Februar. Danach ging es rapide bergab: am 25. Februar wurde er auf 12', am 10. März auf 5.5' und in den letzten Märztagen auf nur noch 2' geschätzt. Der absolute Komadurchmesser stieg zwischen Anfang Dezember und dem 8. Januar von 80.000 km zunächst rasch, im weiteren Verlauf immer langsamer auf 150.000 km an. Um den 10. Februar maß er 80.000 km, dehnte sich dann aber bis um den 25. Februar rasch auf 170.000 km aus, um danach ähnlich rasch wieder zu schrumpfen (Mitte März: 100.000 km, Ende März: 30.000 km). Dabei ist allerdings zu vermuten, dass der Komadurchmesser Anfang Februar - aufgrund der dann noch geringen Elongationen - unterschätzt wurde. Während sich die Koma zwischen Anfang Dezember und Ende Dezember rasch von DC 2-3 auf DC 6 verdichtete, nahm der DC-Wert bis zum 8. Januar leicht auf DC 5 ab. Zwischen Anfang Februar und Ende März präsentierte sich die Koma sehr diffus; der DC-Wert nahm von DC 2 auf DC 1 ab.

Visuelle Schweifsichtungen gelangen zwischen Mitte Dezember und Mitte März, wobei die visuell geschätzten Schweiflängen vor dem Perihel 12' (450.000 km), nach dem Perihel 25' (1 Mill. km) erreichten. Während der Schweif vor dem Perihel in östliche Richtung orientiert war, zeigte er nach dem Perihel in westliche Richtung.

Am Abend des 4.1.17 beobachtete Volker Kasten im 20x80-Fernglas eine stellare zentrale Verdichtung. Am 5.1. schätzte er die Helligkeit der zentralen Verdichtung auf 8m; der Komet wirkte auf ihn diffuser als am Vortag.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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