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Kometen-Auswertungen


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Aktuelle interessante schwächere Kometen


Am 31. Oktober 2010 entdeckte A. Boattini mit dem 1.5m-Mt.Lemmon-Reflektor einen 20.0m hellen Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Walfisch/Widder. Komet C/2010 U3 (Boattini) wies eine 6-7" große, mäßig verdichtete Koma auf, die in PW=330° elongiert wirkte und eine 3-4" große zentrale Verdichtung zeigte. Weitere Beobachtungen ergaben einen Komadurchmesser von etwa 20" und einen 25" langen Schweif in PW=330°. Der Komet befand sich bei der Entdeckung in der Rekord-Sonnendistanz von 18.5 AE und wird der Sonne am 26. Februar 2019(!) nicht näher als 8.44 AE kommen, wobei er aber bis zu 15m hell werden könnte und sich in der interessantesten Phase günstig in polnahen Gebieten (Giraffe, Großer Wagen, Drache) aufhält (IAUC 9182 / 2010-V109). Es handelt sich um einen absolut hellen Kometen, der bei seiner Entdeckung bereits einen Komadurchmesser von 250.000 km aufwies!
Eine grobe Analyse der Sichtbarkeit auf der Basis von gerade mal zwei Dutzend Beobachtungen ergibt Helligkeitsparameter von m0=6.7m/n=2, was eine Maximalhelligkeit von 15.8m zum Perihelzeitpunkt ergibt. Der Komadurchmesser lag die gesamte Sichtbarkeit hinweg bei 0.4-0.5' (ca. 150.000 km).

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Auf Aufnahmen vom 26. August 2016 entdeckte das PanSTARRS-Team einen Kometen auf der Grenze der Sternbilder Steinbock/Wassermann, dessen Helligkeit es auf 21.5m schätzte, und der einen breiten, 6" langen Schweif in nördlicher Richtung aufwies. Detailbeobachtungen des Kometen C/2016 Q2 (PanSTARRS) zeigten eine hochverdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m und einen sehr breiten, 12" langen Schweif in PW=338°. Der Komet wird das ferne Perihel seiner Bahn (Sonnendistanz: 7.08 AE) erst am 11. Mai 2021 passieren und sollte dann etwa 15.5m hell sein. Heller als 16.0m wäre er vom Frühjahr 2020 bis zum Herbst 2022, wobei er sich in diesem Zeitraum durch die Sternbilder Schwan, Leier, Drache/Herkules und Großer Bär bewegt (CBET 4311 / MPEC 2016-V116).

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Im Rahmen der LINEAR-Durchmusterung wurde auf Aufnahmen vom 26. Januar 2017 ein 19.5m schwaches asteroidales Objekt im Grenzbereich der Sternbilder Wasserschlange/Rabe entdeckt. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 B3 (LINEAR) zeigten eine 8" große, deutlich verdichtete Koma der Helligkeit 18.5m. Der Komet wird sein recht fernes Perihel erst am 2. Februar 2019 im Abstand von 3.92 AE passieren und könnte zu dieser Zeit immerhin 14-15m hell sein, wird allerdings dann weit am Südhimmel stehen (CBET 4354). Im Zeitraum, in dem er heller als 16.0m sein dürfte, kann er von Mitteleuropa aus nicht beobachtet werden.
Da der Komet zum Perihelzeitpunkt nahezu in Konjunktion mit der Sonne stand wurde das breite Maximum erst im Juli/August 2019 erreicht. Gemäß 35 Beobachtungen zeigte der Komet eine sehr kontinuierliche Helligkeitsentwicklung, die mit den Parametern m0=8.3m / n=2 gut dargestellt werden kann und ihn 14.2m hell werden ließ. Der Komet wies eine maximal 0.8' (125.000 km) große Koma auf, die merklich verdichtet war (DC 5).

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Am 21. Mai 2017 entdeckte das PanSTARRS-Team einen Kometen mit einer winzigen Koma im Sternbild Drache, dessen Helligkeit es auf 21.0m schätzte. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2017 K2 (PanSTARRS) wiesen eine mäßig verdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m nach (CBET 4393 / MPEC 2017-N26). Der Komet wurde in der Rekord-Sonnendistanz von 16.1 AE entdeckt, womit sich seine absolute Helligkeit – unter Annahme einer durchschnittlichen Entwicklung – zu 1m, sein aktueller Komadurchmesser zu 140.000 km ergibt. Der Komet wird das Perihel seiner Bahn im Abstand von 1.80 AE erst am 19. Dezember 2022 passieren. Heller als 16.0m wäre er von Anfang 2020 bis Ende 2025, wobei er in diesem Zeitraum vom nördlichen Bereich des Sternbilds Herkules durch die Sternbilder Schlangenträger und Skorpion wandert, zwischen Oktober 2022 und März 2023 tief in den Südhimmel vorstößt, um dann wieder im Sternbild Eridanus erneut sichtbar zu werden und danach durch Hase, Orion und Stier in den Fuhrmann zu laufen. Seine maximale Helligkeit von etwa 5.5m wird er zum Jahreswechsel 2022/23 erreichen. In den interessantesten Monaten kann er von Mitteleuropa aus bis Ende August 2022 (dann 6.0m hell) am Abend-/Nachthimmel und dann erst wieder ab Anfang September 2023 (9.5m hell) am Morgenhimmel beobachtet werden.
Mittlerweile können knapp 50 CCD-Beobachtungen des Kometen für eine erste Abschätzung der Entwicklung dieses Kometen genutzt werden. Diese deuten eine etwas unterdurchschnittliche Entwicklung an, die aber gut mit der "neuer" Kometen korrespondiert. Demnach scheint sich die Helligkeit mit den Parametern m0=3.5m / n=3 zu entwickeln. Dies würde eine Maximalhelligkeit von lediglich 7.5m im Februar 2023 bedeuten.

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Am 21. Juni 2017 entdeckte das ATLAS-Team ein asteroidales Objekt der 18. Größenklasse im Sternbild Kepheus, welches bei Nachfolgebeobachtungen seine kometare Natur offenbarte. Komet C/2017 M4 (ATLAS) wies eine 13" große, mäßig verdichtete Koma der Helligkeit 17.5m mit einem kurzen Schweif in südöstlicher Richtung auf. Er wird sein mittelfernes Perihel (Sonnendistanz: 3.25 AE) erst am 18. Januar 2019 passieren und könnte im Sommer 2019 immerhin 14.0m hell werden (CBET 4408 / MPEC 2017-N58). Heller als 16m wäre er während des gesamten Jahrs 2018, wobei er in diesem Zeitraum vom Grenzbereich der Sternbilder Schwan/Leier durch die Sternbilder Herkules (wo er seine größte Helligkeit aufweist) und Schlangenträger wandern wird. Von Mitteleuropa aus wird er bis Anfang November 2018 sichtbar sein.
Die Entwicklung des Kometen verlief sehr kontinuierlich. Auf der Basis von 67 Beobachtungen von 15 Beobachtern ergeben sich die Helligkeitsparameter zu m0=6.8m / n=3.3, was eine Maximalhelligkeit von 13.2m Mitte Mai 2019 ergibt (das Nebenmaximum von 14.0m wurde Anfang August 2018 erreicht). Der Durchmesser der mäßig verdichteten (DC 4) Koma maß im Sommer 2018 etwa 0.8' (ca. 125.000 km), im Frühjahr 2019 etwa 1.0' (ca. 140.000 km). Ein Schweif wurde nicht beobachtet.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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A.R. Gibbs entdeckte am 15. Januar 2018 einen 19m hellen Kometen im Sternbild Löwe. Folgebeobachtungen des Kometen C/2018 A6 (Gibbs) zeigten eine hochverdichtete, 10" große Koma der Gesamthelligkeit 18.8m und einen aufgefächerten, 15" langen Schweif (PW=110-17°). Der Komet wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 3.02 AE am 14. Juli 2019 passieren und sollte dann die 15. Größenklasse erreichen (CBET 4479). Allerdings wird er sich ab Jahresbeginn 2019 – dann erst 16.0m hell – tief am Südhimmel aufhalten.

Auf der Basis von 41 Beobachtungen von 5 Beobachtern ergibt sich ein signifikanter Unterschied in der Entwicklung der Helligkeit vor und nach dem Perihel, die gut mit den Formeln

vor dem Perihel: m = 3.8m + 5×log D + 16×log r
nach dem Perihel: m = 9.0m + 5×log D + 5×log r

dargestellt werden kann. Damit wies der Komet über viele Wochen um das Perihel hinweg eine konstante Maximalhelligkeit von 13.9m auf. Der Komadurchmesser betrug zu Sichtbarkeitsbeginn und -ende jeweils 0.45' (60.000 km bzw. 75.000 km), und erreichte im Herbst 2019 den Maximalwert von 0.7' (110.000 km). Dabei war die Koma die gesamte Sichtbarkeit hinweg nur mäßig verdichtet (konstant DC 3). Schweifsichtungen gab es keine.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Bereits am 25. Februar 2018 wurde auf Aufnahmen mit dem Mt.Lemmon-Reflektor ein asteroidales Objekt der Helligkeit 21.5m im Sternbild Haar der Berenice entdeckt. Beobachtungen ab Ende August 2019 zeigten dann klare kometare Aktivität. Komet C/2018 DO4 (Lemmon) wies Anfang September eine Helligkeit von 16.5m, einen Komadurchmesser von 20" und einen 45" langen Schweif in nordwestlicher Richtung auf. Anfang Oktober wies die 15" große, merklich verdichtete Koma eine Helligkeit von 16.0m auf; der nach NW gerichtete Schweif war 70" lang (CBET 4675). Der Komet passierte das Perihel seiner Bahn mit einer Umlaufszeit von 130 Jahren bereits am 18. August 2019 in der Distanz von 2.41 AE und erreichte Ende Oktober, im Südwestteil des Sternbilds Stier positioniert, eine Maximalhelligkeit von etwa 15.5m, bei einem Komadurchmesser um 0.5'.

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Ein bereits am 27. Oktober 2018 im Grenzbereich der Sternbilder Schwan/Leier/Drache vom Lemmon-Projekt entdecktes asteroidales Objekt der 20. Größenklasse entpuppte sich bei Folgebeobachtungen als Komet. Komet C/2018 U1 (Lemmon) wies eine stellare Koma und einen in östliche Richtung weisenden, 5" langen Schweif auf. Er wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 4.99 AE erst am 3. November 2021 passieren und könnte dann immerhin 15.0m hell werden (CBET 4574). Heller als 16.0m wäre er von Frühjahr 2021 bis Sommer 2022, doch verschwindet er für mitteleuropäische Standorte bereits im September 2021. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom östlichen Teil des Sternbilds Schlange durch den Schlangenträger in den nördlichen Teil des Sternbilds Skorpion.

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B.M. Africano gelang am 29. März 2019 die Entdeckung eines Kometen im Grenzbereich der Sternbilder Bärenhüter/Waage auf Aufnahmen, die im Rahmen des Mount Lemmon Survey angefertigt wurden. G.V. Williams stellte fest, dass dieses Objekt bereits in der vorangegangenen Nacht vom "Asteroid Terrestrial Impact Last Alert System" (ATLAS) gemeldet worden war. Komet C/2019 F1 (ATLAS-Africano) präsentierte eine hochverdichtete, 10" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und die Andeutung eines Schweifs in nordwestlicher Richtung. Der Komet wird sein relativ fernes Perihel (Sonnendistanz: 3.60 AE) erst am 22. Juni 2021 passieren und sollte dann eine Maximalhelligkeit von 13.5m erreichen (CBET 4619). Allerdings wird er zu diesem Zeitpunkt nahe des Himmelssüdpols positioniert sein. Heller als 16m wäre er von Frühjahr 2020 bis zum Spätsommer des Jahres 2022. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom südwestlichen Teil des Sternbilds Waage durch die Wasserschlange und den Wolf in Richtung Südpol (Oktant), um danach wieder langsam nach Norden zu wandern, aber zum Spätsommer 2022 erst im Sternbild Chemischer Ofen anzukommen. Von mitteleuropäischen Standorten aus verschwindet er bereits im Juni 2020, dann voraussichtlich erst 15.5m hell.

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Auf Aufnahmen vom 16. Mai 2019, die im Rahmen des "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System" (ATLAS) erstellt wurden, wurde ein Komet entdeckt. Der im südlichen Bereich des Sternbilds Schlangenträger positionierte Komet C/2019 K1 (ATLAS) wies eine 5" große Koma der Gesamthelligkeit 17.5m und einen fächerförmigen Schweif von 10" Länge in westliche Richtung auf. Er wird das Perihel seiner Bahn am 12. Februar 2020 im Abstand von 2.01 AE passieren und dürfte zu diesem Zeitpunkt 14.5m hell sein (CBET 4629/43). Heller als 16m wird er zwischen Oktober 2019 und Mai 2020 sein, allerdings führt ihn sein Weg in diesem Zeitraum vom Sternbild Wolf erst weit nach Süden (bis in die Sternbilder Pfau und Tukan), um dann wieder nach Norden bis zum Sternbild Eridanus zu streben. Von Mitteleuropa aus wird er während dieses Zeitraums nicht sichtbar sein.
Die bis Anfang Februar 2020 sehr geringe Zahl an publizierten CCD-Beobachtungen deutet auf eine Helligkeitsentwicklung gemäß den Parametern m0=9.0m / n=4 hin, womit er Ende Februar 2020 eine Maximalhelligkeit von 14.3m erreichen würde.

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Auf Aufnahmen, die im Rahmen des ATLAS-Projekts am 30. Mai 2019 erstellt wurden, entdeckte Ken W. Smith einen Kometen der 18. Größenklasse im Grenzbereich der Sternbilder Südlicher Fisch / Kranich. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2019 K7 (Smith) zeigten eine 12" große, stark verdichtete Koma der Gesamthelligkeit 17.0m und einen 90" langen Schweif in PW=340°. Der Komet wird sein Perihel im Abstand von 4.47 AE am 16. Juni 2020 passieren und sollte dann 15.5m hell sein (CBET 4645/48). Zu diesem Zeitpunkt wandert er durch die Sternbilder Delphin und Pfeil und wird somit die ganze Nacht über sichtbar sein.

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Am 10. Juni 2019 entdeckte das "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System" (ATLAS)-Team ein asteroidales Objekt der 19. Größenklasse im Grenzbereich der Sternbilder Eidechse/Andromeda. Nachfolgebeobachtungen zeigten eine 8" kleine, stark verdichtete Koma der Gesamthelligkeit 18.5m, aber keinen Schweif. Komet C/2019 L3 (ATLAS) wird sein Perihel im Abstand von 3.55 AE erst am 9. Januar 2022 passieren und wird unter der Annahme eines Aktivitätsfaktors von n=4 die 12. Größenklasse erreichen; wird n=3 angenommen, erreicht er die 13. Größenklasse (CBET 4644). Der Komet sollte von Herbst 2020 bis Frühsommer 2023 heller als 16m sein. Während dieses Zeitraums wandert er durch die Sternbilder Kassiopeia, Perseus, Fuhrmann, Zwillinge (Perihel), Kleiner Hund, Wasserschlange, Luftpumpe und Schiffskompass. Von Mitteleuropa aus kann er bis Ende 2022 verfolgt werden.

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Auf Aufnahmen vom 5. Juli 2019, die im Rahmen des "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System" (ATLAS) angefertigt wurden, wurde ein asteroidales Objekt der 19. Größenklasse im Sternbild Kepheus entdeckt. Nachfolgebeobachtungen zeigten eine stark verdichtete, 12" große Koma der Gesamthelligkeit 18.0m und einen 8" langen Schweif in PW=135°. Komet C/2019 N1 (ATLAS) wird das Perihel seiner Bahn im Abstand von 1.70 AE erst am 1. Dezember 2020 passieren (CBET 4650). Je nach angenommener Entwicklung wird er Mitte Januar 2021 eine maximale Helligkeit von 12.0m (n=3) bzw. 10.5m (n=4) erreichen. Heller als 16m dürfte er von Anfang 2020 bis Herbst 2021 sein. Bis Mitte September 2020, wenn er für mitteleuropäische Beobachter über dem Abendhorizont verschwinden wird, läuft er durch die Sternbilder Drache, Großer Bär, Jagdhunde und Haar der Berenice, um in der Folgezeit immer tiefer an den Südhimmel zu wandern. Mitte September 2020 wird eine Helligkeit von 13.0m bzw. 12.0m prognostiziert.
Erst ein Dutzend CCD-Beobachtungen können für eine erste Abschätzung zur Entwicklung dieses Kometen verwendet werden. Diese deuten eher auf eine Entwicklung gemäß den Parametern m0=8.5m / n=3 hin (und weniger auf m0=6.5m / n=4), was eine Maximalhelligkeit von 12.0m ergeben würde.

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Auf Aufnahmen vom 30. August 2019, angefertigt mit dem 0.65m-Astrographen des Margo-Observatoriums auf der Krim, entdeckte Gennady Borisov einen Kometen nahe der Grenze der Sternbilder Luchs/Krebs. Dieser wies eine 7" große Koma der Gesamthelligkeit 18.0m und einen 15" langen Schweif in PW=310° auf. Folgebeobachtungen zeigten den Kometen C/2019 Q4 (Borisov) mit einer 20" großen, merklich verdichteten Koma der Gesamthelligkeit 17.5m und einem 50" langen Schweif. Beobachtungen von Mitte September zeigten den Kometen mit einer 18" großen Koma der Gesamthelligkeit 17.0m und einem 100" langen Schweif in PW=309°. Schon wenige Tage nach der Entdeckung stand fest, dass es sich um den ersten interstellaren Kometen handelt, da seine Exzentrizität (e=3.4!) so groß ist, dass es praktisch ausgeschlossen werden kann, dass seine Bahn durch eine nahe Begegnung mit einem größeren Objekt unseres Planetensystems hyperbolisch wurde. Der Komet, der die Bezeichnung 2I/Borisov erhielt, wird sein Perihel im Abstand von 2.01 AE am 8. Dezember 2019 passieren. Je nach Helligkeitsentwicklung sollte er eine Maximalhelligkeit zwischen 14.5m und 15.0m erreichen (CBET 4666/68/70). Damit könnte er möglicherweise von Amateuren gesichtet werden! Heller als 16.0m sollte er zwischen November 2019 und Januar 2020 sein. In diesem Zeitraum läuft er durch die Sternbilder Sextant, Becher, Wasserschlange und Zentaur. Von Mitteleuropa aus kann er bis Mitte Dezember am Morgenhimmel mit Aussicht auf Erfolg aufgesucht werden, wobei er kurz vor dem Jahresende endgültig über dem Südhorizont verschwindet.
Infrarotspektren vom 24. September 2019 zeigten keine Absorptionslinien und ähnelten dem Spektrum von 1I/Oumuamua (CBET 4672). Schmalband-Photometrie mit dem 4.2m-Herschel-Teleskop in der ersten Oktoberhälfte ergaben einen im Vergleich zu solaren Kometen deutlich geringeren C2-Anteil. Beobachtungen von Mitte Oktober zeigten den Kometen 16.0m hell, mit einer hellen, 4" großen inneren und einer schwächeren, 10" großen äußeren Koma, sowie einem schwachen fächerförmigen, 25" langen Schweif in PW=320°. H. Sato gab am 10. Oktober eine CCD-Helligkeit von 16.7m, einen Durchmesser der stark verdichteten Koma von 15" und einen Schweif von 40" Länge in PW=315° an (CBET 4691). Schmalband-Photometrie ergab Ende November 2019 (r = 2.0 AE) eine CN-Produktionsrate (Moleküle/s) von 4.7×1024 und eine Staubproduktionsrate von Af=140 cm. Linien der Moleküle C2, OH und HCN konnten nicht festgestellt werden (CBET 4710). Spektralbeobachtungen von Ende Dezember 2019 ergaben Produktionsraten von 2.0×1026 für OH und von 3.4×1026 für H2O (CBET 4719).

Der interstellare Komet blieb leider etwas schwächer als prognostiziert. Anhand von 39 Beobachtungen von 13 Beobachtern zeigt sich eine sehr durchschnittliche Helligkeitsentwicklung, die mit der Formel

m = 10.5m + 5×log D + 10×log r

gut dargestellt werden kann. Damit ergibt sich eine Maximalhelligkeit von 15.0m Mitte Dezember 2019. Entsprechend gab es nur wenige visuelle Beobachtungen. Im Beobachtungszeitraum (Mitte September 2019 bis Anfang Januar 2020) veränderte sich der scheinbare Komadurchmesser, bedingt durch die doch relativ große Sonnendistanz, nur wenig. Zu Beginn wurden 0.35' gemessen, Ende November der Maximalwert von 0.7' und Anfang Januar 0.6'. Im Rahmen der Schätzgenauigkeit ergibt sich damit ein absoluter Komadurchmesser von konstant 60.000 km. Schätzungen des Kondensationsgrads wurden nur sehr wenige publiziert und ergeben Werte um DC 3. CCD-Beobachter konnten einen 2' (250.000 km) langen, nach Nordwest orientierten Schweif ausmachen.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

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Auf Aufnahmen vom 9. Oktober 2019 entdeckte das Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS) ein asteroidales Objekt im Sternbild Großer Hund, das sich im weiteren Verlauf als kometar entpuppte. Komet C/2019 T4 (ATLAS) wies eine 1.5" große Koma der Gesamthelligkeit 19.0m und einen 2" langen Schweif in PW=110° auf. Er wird das Perihel am 9. Juni 2022 im Abstand von 4.25 AE passieren (CBET 4681). Trotz dieser recht großen Periheldistanz könnte er ein in Amateurinstrumenten sichtbares Objekt werden. Je nach seiner weiteren Entwicklung kann er im Frühjahr 2022 eine Maximalhelligkeit von 15.0m (n=3) bis 14.0m (n=4) erreichen. Von Mitteleuropa aus sollte er zwischen März und Juni 2022 am besten sichtbar sein; in diesem Zeitraum wird er sich vom Sternbild Wasserschlange in nördlicher Richtung durch das Sternbild Becher bis in die Jungfrau bewegen, ist somit ein Objekt der ersten Nachthälfte.

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Das ATLAS-Team fand auf Aufnahmen vom 28. Dezember 2019 einen Kometen im südlichen Teil des Sternbilds Großer Bär, nahe der Grenze zu den Sternbildern Löwe und Haar der Berenice. Komet C/2019 Y4 (ATLAS) wies eine 8" große, stark verdichtete Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und einen 15" langen Schweif in PW=280° auf. Der Komet wird sein sehr sonnennahes Perihel (0.25 AE) am 30. Mai 2020 passieren und könnte dann 8m (n=3) oder gar 6m (n=4) hell werden (CBET 4713). Anfang März sollte er die 16. Größenklasse überschreiten. Von Mitteleuropa aus kann er bis um den 25. Mai am Abendhimmel beobachtet werden, wobei er zwischen März und Ende Mai durch die Sternbilder Großer Bär, Giraffe und Perseus wandert. Allerdings handelt es sich um einen ziemlich kleinen Körper, dessen absolute Helligkeit 2-3m unterhalb des Bortle-Limits liegt, so dass es extrem wahrscheinlich ist, dass sich dieser Komet noch deutlich vor der Perihelpassage auflösen wird.

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Am 9. November 2019 wird der Komet 68P/Klemola (P=11.0a) ein weiteres Mal sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.79 AE passieren. Heller als 16m sollte er von Mai 2019 bis Februar 2020 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Schlangenträger entlang der Ekliptik bis in den Grenzbereich der Sternbilder Wassermann/Fische. Er wird somit für mitteleuropäische Standorte ein Abendhimmelobjekt in eher geringen Horizonthöhen sein.
Obwohl die um den 10. Oktober 2019 erreichte Maximalhelligkeit des Kometen lediglich 13.4m betrug können für die Auswertung immerhin 45 Beobachtungen von 16 Beobachtern verwendet werden. Die Helligkeitsentwicklung kann recht gut mit den Parametern m0=7.1m / n=8 definiert werden, d.h. der Komet zeigte - typisch für einen alten periodischen Kometen - einen hohen Aktivitätsfaktor. Der Komadurchmesser betrug zu Sichtbarkeitsbeginn knapp 1.0' (60.000 km), erreichte Ende August den Maximalwert von 1.4' (90.000 km), um bis Anfang November wieder auf 0.6' (45.000 km) zurückzugehen. Während der Sichtbarkeit scheint der Koma-Kondensationsgrad leicht von DC 4 auf DC 3 zurückgegangen zu sein. Ein winziger Schweifansatz, der seine Orientierung von Südwest auf Südost änderte, konnte zwischen Juni und August auf CCD-Aufnahmen ausgemacht werden.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Der Komet 88P/Howell (P=5.48a) wird am 26. September 2020 sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.36 AE passieren, wobei eine Maximalhelligkeit von 9.0m erwartet wird. Im Februar sollte er heller als 16m werden. Im Frühjahr und Sommer 2020 wird er eine Oppositionsschleife im Sternbild Jungfrau zeigen, um dann bis zum Jahresende - entlang der Ekliptik - durch die Sternbilder Waage, Skorpion (Perihel), Schlangenträger, Schütze bis in den Steinbock zu wandern. Im Sternbild Wassermann oder Fische dürfte er dann im Februar/März 2021 wieder schwächer als 16m werden.

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Der Komet 114P/Wiseman-Skiff (P=6.67a) wird am 14. Januar 2020 sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.58 AE passieren und könnte nach aktuellen Schätzungen eine Maximalhelligkeit von 15.0m im Dezember 2019 erreichen. Er bewegt sich in den Wintermonaten 2019/20 vom Sternbild Andromeda in den Stier, steht somit in günstiger Position am Abendhimmel.
Der Komet wies einen überraschend hohen Aktivitätsparameter bei dieser Sichtbarkeit auf. Auf der Basis von 41 Beobachtungen von 16 Beobachtern ergeben sich die Helligkeitsparameter zu m0=8.0m / n=13, womit er eine Maximalhelligkeit von 14.0m in den Weihnachtstagen 2019 erreichte. Der Komadurchmesser stieg von anfangs 0.6' (22.000 km) auf 1.1' (33.000 km) in den Weihnachtstagen an, um dann bis Anfang Februar wieder auf 0.7' (30.000 km) zurückzugehen. Dabei zeigte sich die Koma mäßig verdichtet (DC 3-4). CCD-Beobachter konnten einen winzigen, nach Ost gerichteten Schweif ausmachen.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

FG-Beobachtungen

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Mit Amateurteleskopen sollte der Komet 155P/Shoemaker (P=16.9a) beim diesjährigen Periheldurchgang sichtbar sein. Das Perihel wird der Komet am 15. November 2019 im Abstand von 1.80 AE passieren. Gemäß den aktuellen Schätzungen sollte er zum Jahreswechsel 2019/20 eine Maximalhelligkeit von 14.5m erreichen. Zwischen Oktober 2019 und Januar 2020 bewegt er sich durch die Sternbilder Krebs und Löwe in östlicher Richtung, ist somit ein Objekt des Morgenhimmels.
Auf der Basis von 27 Beobachtungen von 10 Beobachtern - im Zeitraum Anfang Oktober 2019 bis Ende Januar 2020 - ergeben sich die Helligkeitsparameter zu m0=10.8m / n=6. Dies bedeutet, dass der Komet zum Jahreswechsel 2019/20 eine maximale Helligkeit von 15.3m erreichte. Anfang März 2020 wird er wieder schwächer als 16.0m. Der Komadurchmesser lag recht konstant bei 0.6', was eine Schrumpfung des absoluten Komadurchmessers von 40.000 km auf 25.000 km entspricht. Die Koma war mit DC 3 ziemlich diffus. Ein nach WNW gerichteter Schweif bis 3' (350.000 km) Länge konnte nachgewiesen werden.

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Der Komet 210P/Christensen (P=5.62a) wird am 7. April 2020 sein Perihel in der Sonnendistanz von 0.53 AE passieren und sollte dann 12.0m hell sein. Anfang März dürfte er heller als 16.0m werden, steht aber zu diesem Zeitpunkt der Sonne zu nahe. In der zweiten Aprilwoche wird er von Mitteleuropa aus über dem westlichen Abendhorizont sichtbar. Bis Mitte Mai erreicht seine Horizonthöhe 25°, doch dürfte seine Helligkeit bis dahin rasch bis auf 16m zurückgehen. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Widder in das Sternbild Zwillinge.

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Komet 249P/LINEAR (P=4.62a) wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 0.51 AE am 29. Juni 2020 passieren, wobei eine Helligkeit von 11.5m prognostiziert wird. Im Zeitraum von Mitte April bis Anfang August sollte er heller als 16.0m sein, wird aber für mitteleuropäische Beobachter in der zweiten Maihälfte über dem abendlichen Westhorizont verschwinden. Seine Bahn führt ihn in diesem Zeitraum durch die Sternbilder Becher, Wasserschlange und Krebs.

Andreas Kammerer


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