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Kometen-Auswertungen


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C/2025 R3 (PANSTARRS)


Am 8. September 2025 entdeckte das PANSTARRS-Team einen weiteren Kometen, dieses Mal im Sternbild Andromeda. Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) wies eine verdichtete, 5" große Koma der Gesamthelligkeit 19.5m und einen 10" langen Schweiffächer in PW=165-225° auf. Der Komet wird das Perihel in der Sonnendistanz von 0.50 AE am 19. April 2026 passieren, wobei er bei einer durchschnittlichen Entwicklung eine Helligkeit von 9m erreichen dürfte (CBET 5607). Heller als 16m dürfte er zwischen Februar und Juni 2026 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Pegasus, Fische (Perihel), Walfisch, Stier, Eridanus, Orion, Einhorn und Großer Hund. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann der Komet nur bis Mitte Februar 2026 am Abendhimmel, und zwischen Anfang März und Mitte April knapp über dem morgendlichen Osthorizont beobachtet werden. Allerdings liegt die aus den publizierten Beobachtungen ableitbare absolute Helligkeit 2m unter dem Bortle-Limit, so dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich der Komet auf dem Weg zur Sonne auflöst. Sollte der Komet die Sonnenpassage ohne große Blessuren überstehen, so würde es gemäß den Formeln von J. Marcus in der zweiten Aprilhälfte zu einer signifikanten Vorwärtsstreuung kommen, welche die Helligkeit am 26. April um bis zu 6.5m ansteigen lassen könnte! Allerdings weist der Komet an diesem Tag eine Elongation von lediglich 5° auf. Die Erde kreuzt die Kometenbahnebene am 29. April.

Der Komet hat trotz seiner recht geringen absoluten Helligkeit die Sonnennähe wohl intakt überstanden. Zumindest deuten darauf die bisherigen Beobachtungen nach dem Perihel und die Helligkeitsentwicklung hin. Auf der Basis von 295 Beobachtungen von 73 Beobachtern (bis Anfang Mai 2026) zeigt sich eine sehr stetige Helligkeitsentwicklung, die außerhalb der 10 Tage direkt nach dem Perihel gut mit den Parametern

m0 = 8.4m / n = 4.6

dargestellt werden kann. Damit ergibt sich eine Maximalhelligkeit von 3.5m am 26. April 2026. In den ersten 10 Tagen nach dem Perihel konnte der Komet nur von Satelliten (primär SOHO und CCOR) beobachtet werden. Die daraus abgeleiteten Helligkeiten ergeben eine Maximalhelligkeit von 1.5m, bedingt durch die Vorwärtsstreuung. Diese durch Staubteilchen verursachte Aufhellung blieb mit einer Helligkeitssteigerung von 2m deutlich unterhalb des theoretischen Maximalwerts (6.5m), da der Komet nur einen geringen Staubanteil aufwies. Bis zum 10. Mai war die Helligkeit wieder auf 6.0m zurückgegangen.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser lag zu Beginn der Sichtbarkeit recht konstant bei knapp 1'. Ab Mitte März vergrößerte er sich deutlich und erreichte um den 20. April 2026 einen Maximalwert von 9'. Bis um den 10. Mai scheint er wieder auf 6' zurückgegangen zu sein. Der absolute Komadurchmesser maß zu Sichtbarkeitsbeginn 150.000 km, vergrößerte sich dann ab Mitte März und erreichte Anfang April 2026 einen Maximalwert von 325.000 km. Bis zum 10. Mai ist er auf 225.000 km geschrumpft. Zu Sichtbarkeitsbeginn zeigte sich die Koma recht diffus (DC 3), doch verdichtete sie sich ab Mitte März rasch und erreichte um den 15. April den Maximalwert von DC 7-8. Nach dem Perihel nahm der Kondensationsgrad bis zum 10. Mai von DC 7 auf DC 5-6 ab. Ein Schweif wurde erstmals um den 20. März gemeldet. Er erreichte eine visuelle Länge von 4° (9 Mill. km) um die Zeit des Perihels. Der Positionswinkel des Schweifs nahm von Mitte März bis zum 20. April von 320° auf 280° ab. Nach dem Perihel liegt er bislang konstant bei 130°.

Beobachtungen von Andreas Kammerer: Am Morgen des 8.4. zeigte sich der Komet im 9x63B als einfaches, nahezu stellares Objekt; im 12.5T, 48x präsentierte er eine hochverdichtete, kleine Koma; der Schweif war gut erkennbar, aber recht schwach. Am 9.4. zeigte er sich im 9x63B unverändert nahezu sternförmig; im 12.5T, 48x wies er erneut eine hochverdichtete, kleine Koma (mit etwas geringerer Flächenhelligkeit als am 8. April) auf; der Schweif war ziemlich schwach (evtl. beeinflusst durch stellenweise dünnen Cirrus). Am 16.4. präsentierte er sich im 9x63B erneut als einfaches, nahezu stellares Objekt; die Helligkeitsschätzung ist allerdings aufgrund stetig wechselnder leichter Bewölkung und leichtem Dunst unsicher; im 12.5T, 48x wies er weiter eine hochverdichtete, kleine Koma (mit etwas geringerer Flächenhelligkeit als am 8. April) auf; der Schweif war ziemlich schwach (evtl. beeinflusst durch die leichte Bewölkung / den leichten Dunst).

Nach dem Perihel sollte der Komet einige Tage lang eine interessante Schweifmorphologie aufweisen, die in der nachfolgenden Grafik dargestellt ist.

Simulation der Schweifmorphologie

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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