Logo

Kometen-Auswertungen


Home=Aktuelle Kometen: C/2024 E1 | Die Fachgruppe | Anleitungen | Archiv | Projekte+Publikationen | Bilder | Kontakt


C/2024 E1 (Wierzchos)


Am 3. März 2024 entdeckte Kacper Wierzchos einen Kometen mit dem 1.5m-Reflektor auf dem Mt. Lemmon. Der im Sternbild Drache positionierte Komet wies eine hochverdichtete, 4" große Koma der Gesamthelligkeit 20.0-20.5m und einen 6" langen Schweif in PW=320° auf. Komet C/2024 E1 (Wierzchos) stand bei der Entdeckung in der Sonnendistanz von 8 AE und wird das Perihel in der Sonnendistanz von 0.56 AE erst am 21. Januar 2026 passieren, wobei eine Maximalhelligkeit von etwa 7m prognostiziert wird (CBET 5364). Allerdings steht der Komet zu diesem Zeitpunkt auf der der Erde gegenüberliegenden Seite der Sonne und damit dieser recht nahe, so dass er nur sehr schwierig zu beobachten sein wird. Heller als 16m dürfte er zwischen Juni 2025 und Juli 2026 sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Drache, Herkules, Nördliche Krone, Herkules, Schlangenträger, Schlange, Schütze (Perihel), Mikroskop, Kranich, Phönix, Bildhauer, Walfisch, Eridanus, Stier und Zwillinge. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann er am Abendhimmel bis Ende November 2025 (dann erst 11m hell) und dann nochmals zwischen Ende Februar (etwa 8m hell) und Mitte Mai 2026 (etwa 13m hell) gesichtet werden.

Der Komet zeigte vor und nach dem Perihel unterschiedliche Entwicklungen, wobei die Aktivität nach dem Perihel rascher zurückging als diese vor dem Perihel anstieg. Auf der Basis von 399 Beobachtungen von 64 Beobachtern kann die Helligkeitsentwicklung gut mit den folgenden Parametern dargestellt werden:

vor dem Perihel: m0 = 8.7m / n = 3.4
nach dem Perihel: m0 = 8.8m / n = 5.1

Damit erreichte der Komet am 25. Januar 2026 eine maximale Helligkeit von 6.4m. Zeigte sich der kernnahe Bereich zwischen dem 25. Februar und dem 6. März etwas heller, wurde der Komet ab dem 6. März deutlich rascher schwächer, und zeigte auf Aufnahmen ab dem 12. März klare Auflösungserscheinungen (CBET 5669). Mitte April 2026 lag die Helligkeit bei 13.5m. Mittlerweile ist der Komet nicht mehr beobachtbar.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser maß zu Sichtbarkeitsbeginn 0.5', vergrößerte sich dann im Sommer 2025 langsam und maß Mitte November bereits 1.5'. Direkt nach der Sonnenkonjunktion wurde der maximale Durchmesser von 5' erreicht. Bis Anfang April 2026 war er wied er auf 1.5' geschrumpft. Der absolute Komadurchmesser wies zu Sichtbarkeitsbeginn einen Durchmesser von 80.000 km an und dehnte sich ab dem Sommer 2025 bis Mitte November auf 200.000 km aus. Gleich nach der Sonnenkonjunktion maß er 250.000 km, um bis Anfang April 2026 auf 100.000 km zu schrumpfen. Zeigte sich die Koma im Sommer 2025 recht diffus (DC 3), war sie gleich nach der Sonnenkonjunktion hochverdichtet (DC 7). In den folgenden Wochen wurde sie stetig diffuser (Anfang April 2026: DC 1-2), was dem Auflösungsprozess geschuldet war.

Ein Schweif konnte ab dem Frühjahr 2025 per CCD beobachtet werden. Dieser erreichte Anfang Februar 2026 eine maximale visuelle Länge von 1.8° (5.5 Mill. km), verkürzte sich aber bis Anfang April wieder auf 0.1°. Auf Aufnahmen vom Februar 2026 zeigten sich ein mindestens 3° langer Gasschweif und bis zu drei Staubschweife, die sich um über 90° im Positionswinkel verteilten, was als erster Hinweis auf die Auflösung interpretiert werden kann. Während der Schweif seine Ausrichtung vor der Sonnenkonjunktion deutlich von Nordwest über West, Süd, Ost auf ONO änderte, wies er nach der Sonnenkonjunktion recht konstant in südöstliche Richtung.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


Zurück...