
Home=Aktuelle Kometen: 220P (2026)
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Um nahezu 10 Größenklassen steigerte der Komet 220P/McNaught (P=5.51a) seine Helligkeit zwischen Mai 30.59 UT und Mai 31.15 UT! Vor dem großen Helligkeitsausbruch lag seine Helligkeit bei lediglich 17.5-18.0m. Am 3. Juni erreichte der Komet eine Maximalhelligkeit von 8.3m, wobei eine Aufnahme von Gerald Rhemann und Michael Jäger eine hochverdichtete Koma mit einem scheinbaren Durchmesser von 6.5' zeigte. Eine am Vortag von beiden aufgenommene Aufnahme (entstanden mit einem 30cm-Teleskop auf der Tivoli-Farm) zeigt einen mehr als 2° langen, schwachen Ionenschweif (CBET 5698). Unmittelbar nach dem Ausbruch begann die Helligkeit sehr stetig zu sinken, was gut mit einem zeitabhängigen Ansatz dargestellt werden kann - typisch für Kometen, die sich im Ausbruch befinden. Auf der Basis von 124 Beobachtungen von 29 Beobachtern kann die Helligkeitsentwicklung nach dem Ausbruch gut mit der Formel
m = 9.8m + 5×log D + 0.11×(t - T)dargestellt werden. Bis Ende Juli war die Helligkeit wieder auf 15m zurückgegangen.
Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser
Parallel zum steilen Helligkeitsabfall schrumpfte die Koma, und zwar von knapp 8' (525.000 km) am 3. Juni auf nur noch 0.8' (60.000 km) am 25. Juli. Gleichzeitig ging der Kondensationsgrad von DC 6 am 3. Juni auf DC 2 Ende Juli zurück. Ein konstant nach PW=250° gerichteter Schweif wurde zwischen dem 3. Juni und dem 20. Juli beobachtet, der um den 20. Juni eine maximale Länge von 0.5° (3 Mill. km) erreichte.Schmalband-Photometrie mit dem TRAPPIST-Teleskop ergab die folgenden Produktionsraten (Moleküle/s): 5.6.2026 (r = 1.56 AE, dT = -9d): OH: 8.4×1027, CN: 3.0×1025, C2: 5.5×1025, Staub: Af(rho) = 2035 cm, 6.6.2026 (r = 1.56 AE, dT = -8d): OH: 6.5×1027, CN: 2.3×1025, C2: 4.0×1025, Staub: Af(rho) = 1915 cm. Damit zeigte sich ein rapider Rückgang der Produktionsraten innerhalb kurzer Zeit (ATel 17838).
Andreas Kammerer