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Kometen-Auswertungen


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10P/Tempel

2026


Der Komet 10P/Tempel (P=5.36a) passiert am 2. August 2026 sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.42 AE. Am 4. August erreicht er mit 0.41 AE die geringste Erddistanz. Er dürfte im März/April heller als 16m werden. Bis Mitte August bewegt er sich vom Sternbild Adler ins Sternbild Südlicher Fisch. Damit sollte er zunächst am Morgenhimmel, im weiteren Verlauf die ganze Nacht über sichtbar sein. Der Komet weist eine absolute Helligkeit von 8.0-9.0m und einen hohen Aktivitätsparameter auf (n = 10-12). Seine Helligkeit sollte von etwa 14.0m auf den Maximalwert von etwa 10.0-11.0m ansteigen. In der zweiten Julihälfte befindet sich die Erde nahe der Kometenbahnebene.

Der Komet zeigt üblicherweise eine sehr diffuse Koma und eine Helligkeitsentwicklung, die zeitabhängige Terme besitzt. Dabei kommt es bis kurz vor dem Perihel zu einer raschen Helligkeitssteigerung, gefolgt von einer etwa 30- bis 50-tägigen Phase mit konstanter heliozentrischer Helligkeit, wiederum gefolgt von einem deutlich langsameren Aktivitätsrückgang (verglichen mit der Zeit vor dem Perihel). Ende Juli 2026 können 249 Beobachtungen von 57 Beobachtern für die Auswertung berücksichtigt werden. Diese können leidlich gut mit der Helligkeitsformel

m = 9.2m + 5×log D + 0.065×|t – T|

dargestellt werden. Alternativ kann die Formel

m = -0.3m + 5×log D + 69×log r

angewandt werden, allerdings mit deutlich kleinerem Korrelationskoeffizienten. Unter der Voraussetzung dass der Komet auch bei dieser Sichtbarkeit eine etwa 30- bis 50-tägige Phase konstanter heliozentrischer Helligkeit aufweist, ergibt sich eine maximale Helligkeit von 7.5-8.0m, die längere Zeit recht konstant beibehalten werden dürfte. Bis Mitte November sollte die Helligkeit dann auf 11-12m zurückgehen.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Parallel zum steilen Helligkeitsanstieg (zwischen Anfang April und Ende Juli von 17.5m auf 7.5-8.0m) wuchs der Komadurchmesser an, und zwar von 0.5' (25.000 km) Anfang Mai bis auf knapp 15' (275.000 km) Ende Juli. Dabei zeigt sich die Koma ziemlich diffus. Der Kondensationsgrad liegt zwischen DC 3 und DC 4. Den genauen Wert festzulegen ist schwierig, denn einerseits ist die Koma insgesamt sehr diffus, zeigt aber einen signifikant helleren inneren Bereich mit zentraler Verdichtung. Vereinzelt melden CCD-Beobachter einen nach WSW weisenden Schweif ab Ende Juni, der bislang eine maximale Länge von etwa 0.5° (etwa 2 Mill. km) erreichte.

In der Nacht 23./24.5. stand der Komet gemäß Gerhard Scheerle nahe eines 8.8m hellen Sterns, der signifikant störte. Am 10./11.7. konnte er im 23.5T, 112x keinen false nucleus ausmachen. Am 12./13.7. beobachtete Andreas Kammerer im 39.7L, 41x eine sehr große, größtenteils sehr diffuse Koma, die aber einen signifikanten inneren Bereich mit einer zentralen Kondensation aufwies; bei 131x stellte er einen stellaren, 13.0m hellen false nucleus fest. Gerhard Scheerle schätzte die Helligkeit des false nucleus am 19./20.7. im 23.5T, 112x auf 12.8m. Andreas Kammerer beobachtete am 20./21.7. im 39.7L, 41x erneut eine sehr große, größtenteils sehr diffuse Koma, die aber einen signifikanten inneren Bereich mit einer zentralen Kondensation aufwies; bei 131x konnte er einen 12.0m hellen stellaren false nucleus ausmachen. Schließlich gelang Andreas Kammerer am 21./22.7. eine weitere Beobachtung mit dem 39.7L, 41x: der Komet wies erneut eine sehr große, größtenteils sehr diffuse Koma auf, die einen signifikant helleren inneren Bereich von 1.5' Durchmesser und eine zentrale Kondensation zeigte; bei 131x schätzte er die Helligkeit des stellaren false nucleus auf 12.5m. Im 9x63B konnte er den Kometen bislang nicht ausmachen.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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