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Kometen-Auswertungen


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C/2025 T1 (ATLAS)


Ein am 11. Oktober 2025 vom ATLAS-Projekt im Sternbild Großer Bär entdecktes Objekt der 16. Größenklasse zeigte bei Nachfolgebeobachtungen seine kometare Natur. Komet C/2025 T1 (ATLAS) wies eine 1.5-2.0' große Koma der Gesamthelligkeit 14.0m und einen kurzen Schweif in südsüdöstlicher Richtung auf. Der Komet wird das Perihel in einer Sonnendistanz von 1.11 AE am 2. Dezember 2025 passieren und könnte Mitte November (zum Zeitpunkt der geringsten Erddistanz) 12.5m hell werden (CBET 5624). Heller als 16m wäre er bis Ende Februar 2026. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Großer Bär, Drache, Herkules (größte Helligkeit), Leier, Füchschen (Perihel), Pfeil, Adler, Wassermann und Steinbock. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann er bis Mitte November am Morgenhimmel, bis Mitte Januar (dann etwa 14.5m hell) am Abendhimmel aufgefunden werden, wobei er Ende Oktober vom Morgen- an den Abendhimmel wechselt.

Der Komet wies eine sehr unterschiedliche Helligkeitsentwicklung vor und nach dem Perihel auf, wie 212 Beobachtungen von 52 Beobachtern (bis Anfang Februar 2026) zeigen. Demnach nahm seine Aktivität vor dem Perihel extrem rasch zu, während sie nach dem Perihel bislang nur sehr langsam zurückgeht. Mitte Oktober erst 13.5m hell erreichte er bereits am 25. November 2025 die Maximalhelligkeit von 9.1m. Bis zur letzten Januardekade 2026 war die Helligkeit erst auf 11.0m zurückgegangen. Die entsprechenden Helligkeitsparameter lauten:

vor dem Perihel:    m0 = 6.9m / n = 17
nach dem Perihel: m0 = 8.6m / n = 2

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Der Komadurchmesser stieg von 4' (200.000 km) zu Sichtbarkeitsbeginn auf den Maximalwert von 5' (240.000 km) Mitte November 2025 an. Bis Anfang Januar 2026 war er wieder auf 1.5' (125.000 km) zurückgegangen. Die Koma zeigte sich über die gesamte Sichtbarkeit hinweg nur mäßig verdichtet. Anfangs bei DC 3 wurde über die meiste Zeit hinweg ein Kondensationsgrad von DC 4 festgestellt. Ein kurzer, nach NO gerichteter Schweif, der maximal 4' (300.000 km) erreichte, konnte nur per CCD festgestellt werden.

Andreas Kammerer meldete die nachfolgenden Beobachtungen mit dem 39.7cm-Newton: am Abend des 11.11. beobachtete er bei 41x eine große, ziemlich diffuse Koma, die aber zum Zentrum hin merklich kondensiert war; bis 181x konnte er keinen false nucleus ausmachen. Am 18.11. notierte er bei 41x eine größere, ziemlich diffuse Koma, die einen signifikant helleren inneren Bereich aufwies; bei 181x konnte er einen 13.0m hellen false nucleus eben erkennen. Am 9.12. stand der Komet bei 62x nahe eines 10.5m hellen Sterns und wies eine mittelgroße, mäßig verdichtete Koma auf; bei 181x schätzte er die Helligkeit des stellaren false nucleus auf 13.5m. Am 12.12. zeigte sich der Komet bei 41x recht unauffällig mit einer eher kleinen, mäßig verdichteten Koma; bei 181x bemerkte er einen false nucleus der Helligkeit 13.0m. Am 18.12. zeigte sich der Komet bei 62x in gleicher Weise; bis 181x konnte er keinen false nucleus erkennen. Am 27.12. beobachtete er unter einem durch den Halbmond aufgehellten, aber sehr transparenten Himmel: bei 62x zeigte sich der Komet unauffällig mit eher kleiner, nur gering verdichteter Koma.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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