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Kometen-Auswertungen


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C/2025 R2 (SWAN)


Am 10. September 2025 entdeckte Vladimir Bezugly (Ukraine) ein Objekt in den öffentlich zugänglichen SWAN-Aufnahmen, welches nach seinen Erfahrungen ein Komet sein könnte. Er informierte die Kometengemeinde, und schließlich gelang M. Masek am 12. September eine Aufnahme des Kometen mit einem 135mm-Teleobjektiv vom Cerro Paranal aus. Der im Sternbild Jungfrau positionierte Komet präsentierte sich als 7.5m helles Ob-jekt mit einer knapp 4' großen Koma und einem 2.8° langen Schweif in PW=114°. In den folgenden Tagen bestätigten weitere Beobachter diese Werte. Komet C/2025 R2 (SWAN) passierte das Perihel seiner Bahn in einer Sonnendistanz von 0.50 AE am 12. September. Der Komet nähert sich der Erde bis auf 0.26 AE (19. Oktober), wobei er eine Maximalhelligkeit von 6.0m erreichen könnte (CBET 5606). Im Falle einer durchschnittlichen Entwicklung dürfte der Komet bis Ende März 2026 heller als 16.0m sein. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Waage, Skorpion, Schlangenträger, Schlange, Schild (Erdnähe), Adler, Wassermann, Fische und Widder. Von mitteleuropäischen Standorten aus wird er um den 10. Oktober über dem südwestlichen Abendhorizont auftauchen und bis in die erste Novemberwoche rasch an Horizonthöhe gewinnen. Mitte Januar weist er die größte Horizonthöhe (etwa 50°) auf, um danach kontinuierlich wieder dem Horizont entgegenzustreben. Der Komet hat eine Umlaufszeit von etwa 680 Jahren (CBET 5618).

Der Komet war in der zweiten Oktoberhälfte 2025 ein einfaches Fernglasobjekt, wobei auch für ihn galt, dass das Wetter wenig kooperativ war. Auf der Basis von 586 Beobachtungen von 70 Beobachtern kann die Helligkeitsentwicklung am besten mit einer zeitabhängigen Formel dargestellt werden:

m = 6.8m + 5·log D + 0.057·|t – T|

was eine Maximalhelligkeit von 5.8m am 15. Oktober 2025 ergibt. Alternativ kann die Helligkeitsentwicklung auch mit den klassischen Parametern m0=9.3m / n=4 dargestellt werden, mit denen aber die Phasen zu Beginn und am Ende der Sichtbarkeit nur schlecht widergegeben werden können. Die absolute Helligkeit liegt damit nur knapp über dem Bortle-Limit. Daher war es keine große Überraschung, als Aufnahmen mit dem TTT3-Teleskop vom 2. November 2025 neben der Hauptkomponente schweifwärts eine zweite Kondensation zeigten (ATel 17469). Nach seiner größten Erdnähe (am 19. Oktober) wurde der Komet rasch schwächer. Mitte Januar 2026 hatte er bereits die 16. Größenklasse erreicht.

Scheinbare Helligkeit und Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser dehnte sich von 2.5' zu Sichtbarkeitsbeginn auf 8' um den 10. Oktober aus und erreichte am 22. Oktober 2025 den Maximalwert von 15'. Danach ging er bis Ende November rasch bis auf 3.5', danach langsamer bis auf 2' Anfang Januar 2026 zurück. Der absolute Komadurchmesser dehnte sich von 115.000 km zu Sichtbarkeitsbeginn bis auf den maximalen Durchmesser von 215.000 km um den 10. November 2025 aus. Danach schrumpfte er, und maß Anfang Januar 2026 nur noch 100.000 km. War die Koma zu Sichtbarkeitsbeginn stark verdichtet (DC 7), so wurde sie bis um den 20. November (DC 2) sehr stetig diffuser. Bis Anfang Januar war der Kondensationsgrad auf DC 0-1 zurückgegangen.

Die Schweiflänge stieg anfangs rasch von 0.4° (1.0 Mill. km) bis auf 1.0° (1.5 Mill. km) Ende September an. Danach verkürzte sie sich stetig. Nach dem 20. November wurden kaum noch Schweifsichtungen gemeldet. Die Schweifrichtung änderte sich lediglich von ONO auf OSO.

Am Abend des 14.10. konnte Andreas Kammerer den Kometen mit dem 9x63B nur zwischen Wolken und horizontnahem Dunst beobachten: er zeigte sich als gut erkennbares, kleines, zur Mitte hin merklich verdichtetes Objekt. Am 18.10. war die recht große, matte Koma mit merklicher Verdichtung im 9x63B deutlich besser zu erkennen; im 39.7cm-L, 41x zeigte sich eine matte Koma mit mäßigem Helligkeitsanstieg zum Zentrum hin; bis 131x konnte er keinen false nucleus ausmachen. Am 20.10. gelang ihm erneut eine Beobachtung durch eine größere Wolkenlücke: im 9x63B erschien ihm der Komet deutlich heller und verdichteter als zwei Nächte zuvor. Gerhard Scheerle bestimmte die Helligkeit des false nucleus im 23.5T, 181x wie folgt: 20.10.: 11.8m, 24.10.: 13.0m, 26.10.: 13.2m. Am 3.11. konnte Gerhard Scheerle im 23.5T, 181x keinen false nucleus feststellen. Am 11.11. war der Komet für Andreas Kammerer im 9x63B ein schwieriges Objekt; im 39.7L, 41x zeigte er eine sehr diffuse, große Koma, die einen helleren größeren inneren Bereich aufwies; bis 131x konnte er keinen false nucleus erkennen. Laut Gerhard Scheerle störte am 17.11. ein 12.0m heller Stern innerhalb der Koma die Beobachtung. Andreas Kammerer beobachtete am 18.11. im 39.7L, 41x eine extrem diffuse Koma, die eine kaum merkliche zentrale Verdichtung aufwies.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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