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Kometen-Auswertungen


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C/2020 T2 (Palomar)


Auf Aufnahmen mit dem 1.2m-Schmidt-Spiegel des Palomar-Observatoriums vom 7. Oktober 2020 wurde ein Komet im Grenzbereich der Sternbilder Löwe/Kleiner Löwe/Großer Bär entdeckt. Nachfolgebeobachtungen des Kometen C/2020 T2 (Palomar) zeigten eine 8" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m sowie einen 6" langen Schweif in PW=310°. Der Komet wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 2.05 AE am 11. Juli 2021 passieren (CBET 4870). Unter der Annahme, dass es sich um einen "neuen" Schweifstern handelt (Aktivitätsparameter n=3), sollte er im Mai 2021 eine Maximalhelligkeit von 14.0m erreichen. Heller als 16m wäre er von Februar bis September 2021. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Jagdhunde, Bärenhüter, Jungfrau und Waage. Von mitteleuropäischen Standorten aus wird der Komet Ende August über dem südwestlichen Abendhorizont als voraussichtlich 15m helles Objekt verschwinden.

Anfang November 2021 konnten 340 Beobachtungen von 46 Beobachtern des Kometen für die Analyse verwendet werden, wobei sich die Sichtbedingungen ab August verschlechterten. Die Zahl der Beobachtungen fiel trotz einer Helligkeit von lediglich 10-11m so hoch aus, weil der Komet günstig am Abendhimmel stand und lange Zeit kaum Konkurrenz von anderen Kometen hatte. Die Beobachtungen zeigen eine deutlich unterschiedliche Entwicklung vor und nach dem Perihel auf. Während der Komet vor dem Periheldurchgang relativ rasch heller wurde, nahm die heliozentrische Helligkeit danach bis Anfang Oktober nicht ab (wobei diesbezüglich erst weitere Beobachtungen für Klarheit sorgen werden). Die Parameter lauten:

vor dem Perihel: m0 = -1.2m / n = 13.5
nach dem Perihel: m0 = +9.3m / n = 0

Die Maximalhelligkeit von 10.4m wurde um den 20. Juni 2021 erreicht.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser nahm von 0.5' zu Sichtbarkeitsbeginn bis auf den Maximalwert von 4.7' Anfang Juni zu. Dieser Wert blieb bis Ende Juli konstant. Danach ging der scheinbare Komadurchmesser zurück und maß um den 10. Oktober noch knapp 3'. Der absolute Komadurchmesser maß bis Mitte März konstant 80.000 km, stieg dann aber bis Mitte Juli stetig auf den Maximalwert von 375.000 km an, der in den folgenden Wochen konstant beibehalten wurde. War die Koma zu Sichtbarkeitsbeginn nur wenig verdichtet (DC 3), so stieg der Kondensationsgrad bis Anfang April auf DC 4. Dieser Wert wurde bis Anfang September fast konstant gehalten, allerdings erreichte er zwischen dem 10. und dem 25. Mai sowie zwischen dem 25. Juli und dem 15. August kurzfristig Werte um DC 5-6.

Schweifsichtungen gab es zwischen Ende Januar und Ende Juli 2021, wobei der Schweif in den Tagen um das Perihel (11. Juli) Maximalwerte von 10' (1.5 Mill. km) erreichte. Während seiner Sichtbarkeit rotierte der Schweif von WNW über Süd nach OSO.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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