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Kometen-Auswertungen


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C/2018 W2 (Africano)


Am 27. November 2018 entdeckte B.M. Africano mit dem 1.5m-Teleskop des Mt. Lemmon Observatoriums einen Kometen im Sternbild Jagdhunde. Nahezu zeitgleich bemerkte H. Groeller mit dem 0.68m-Catalina Sky Schmidt Teleskop den Kometen, meldete diesen aber erst, nachdem bereits die Entdeckungsmeldung auf den CBET-Seiten veröffentlicht worden war. Komet C/2018 W2 (Africano) präsentierte eine 7" große Koma der Gesamthelligkeit 18.5m und einen mehrere Bogensekunden langen Schweif in südwestlicher Richtung. Er wird sein Perihel in der Sonnendistanz von 1.45 AE am 6. September 2019 passieren und dürfte dann eine Helligkeit von 10.5m aufweisen (CBET 4580 / MPEC 2018-Y71). Am 27. September wird er die Erde im Abstand von 0.49 AE passieren und könnte dann sogar 9.5m hell werden - wird bei einem Komadurchmesser von 5' allerdings kein leichtes Objekt sein. Heller als 16.0m wäre er von April 2019 bis Januar 2020. Von mitteleuropäischen Standorten aus kann er bis Ende Oktober 2019 beobachtet werden. In diesem Zeitraum bewegt er sich durch die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia, Giraffe, Perseus, Andromeda, Pegasus (maximale Helligkeit), Fische, Wassermann und Südliche Fische.

Der Komet entwickelte sich zum hellsten Kometen im Spätsommer und Frühherbst 2019, und konnte bis zu den Weihnachtstagen 2019 verfolgt werden. Entsprechend können für die Auswertung 284 Beobachtungen von 51 Beobachtern herangezogen werden. Dabei ergibt sich eine deutliche Zweiteilung der Helligkeitsentwicklung in eine Phase vor und eine nach dem Perihel, wobei die Aktivität nach dem Perihel signifikant langsamer zurückging als sie vor dem Perihel zunahm:

vor dem Perihel: m = 8.0m + 5×log D + 13.0×log r
nach dem Perihel: m = 9.5m + 5×log D + 5.0×log r

Die Formeln ergeben eine Maximalhelligkeit von 8.8m just zum Zeitpunkt der größten Erdnähe (am 27. September 2019).

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser vergrößerte sich von Sichtbarkeitsbeginn bis Ende Juli nur langsam von 0.4' auf 1.5'. Danach vergrößerte er sich, bedingt durch die Erdannäherung, stetig rascher und erreichte zum Zeitpunkt der größten Erdnähe den maximalen Durchmesser von 8.5'. Danach ging der Durchmesser rasch zurück und maß Mitte Oktober nur noch 4', in den Weihnachtstagen 0.8'. Der absolute Komadurchmesser stieg von 40.000 km zu Sichtbarkeitsbeginn ziemlich stetig an und erreichte in den Tagen des Perihels den Maximalwert von 210.000 km. Danach ging er kontinuierlich zurück und maß Anfang September 195.000 km, Anfang Oktober 180.000 km, Anfang November 160.000 km und in den Weihnachtstagen 95.000 km.

Die Koma war während der gesamten Sichtbarkeit mäßig verdichtet. Der Kondensationsgrad lag vor dem Perihel ziemlich konstant bei DC 2-3, stieg aber dann bis Mitte Oktober auf DC 4 an, und blieb in der Folge auf diesem Wert konstant. Lediglich ein Dutzend Schweifsichtungen wurden publiziert - alle nach dem Perihel - mit Maximallängen von 15' (2 Mill. km) und der Orientierung nach Nordost.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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