Logo
Home=Aktuelle Kometen| Die Fachgruppe | Anleitungen| Archiv: 290P (2013/14) | Projekte+Publikationen | Kontakt

290P/Jäger

2013/14


Krisztian Sarneczky gelang am 12. Juli 2013 die Wiederentdeckung des Kometen P/1998 U3 (Jäger) mit dem 0.60m-Schmidt-Teleskop des Konkoly-Observatoriums. Der im südlichen Teil des Sternbilds Perseus positionierte Komet P/2013 N1 (Jäger) wies eine 8" große Koma der Gesamthelligkeit 17.5m und einen 15" langen Schweif in PW=270° auf (CBET 3581). Damit war er 2m schwächer als nach den in den Jahren 1998/99 ermittelten Helligkeitsparametern zu erwarten wäre, was darauf hindeuten könnte, dass er entweder zu schwach eingeschätzt wurde oder noch nicht richtig aktiv ist. Der Komet wird das Perihel seiner Bahn mit einer Umlaufszeit von 15.20 Jahren Mitte März 2014 passieren und könnte dann, unter Annahme der 1998/99 ermittelten Helligkeitsparameter, im Januar 2014 eine maximale Helligkeit von 10.5m erreichen – was praktisch der maximalen Helligkeit Anfang 1999 entspricht. Dabei wird er sich durch den südöstlichen Teil des Sternbilds Fuhrmann bewegen, somit die ganze Nacht über sichtbar sein. Zwischenzeitlich hat er die permanente Bezeichnung 290P/Jäger erhalten (MPEC 2013-Q14).

Der Komet war in seiner zweiten Sichtbarkeit visuell ein schwieriges Objekt. Auf der Basis von 31 Beobachtungen von 6 FGK-Beobachtern sowie von 45 internationalen Beobachtungen zeigt sich, dass seine Helligkeitsentwicklung recht gut mit der Formel

m = 7.4m + 5×log D + 13×r

dargestellt werden kann. Damit ergibt sich eine maximale Helligkeit von 12.4m während der zweiten Januarhälfte 2014. Die Streuung ist größer als während der Sichtbarkeit 1998/99, aber damals erreichte er auch eine maximale Helligkeit von 10.5m. Im Vergleich ist der Aktivitätsfaktor in beiden Sichtbarkeiten sehr ähnlich, die absolute Helligkeit in der aktuellen Sichtbarkeit aber 2m schwächer. Damals war der Komet erstmals so nahe an die Sonne herangekommen und setzte wohl wesentlich mehr leichtflüchtige Gase frei.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser stieg von 0.4' zu Sichtbarkeitsbeginn auf den Maximalwert von 1.3' Mitte Januar an. Danach ging er etwas langsamer wieder zurück und maß Anfang Mai nur noch 0.8'. Absolut gesehen dehnte sich die Koma von knapp 40.000 km zu Sichtbarkeitsbeginn auf 80.000 km bis Anfang Januar aus. Dieser Wert blieb für den Rest der Sichtbarkeit dann konstant (in der Sichtbarkeit 1998/99 wurde ein maximaler Komadurchmesser von 3.5' bzw. 190.000 km beobachtet). Dabei war die Koma eher diffus. Zu Sichtbarkeitsbeginn betrug der Koma-Kondensationsgrad DC 2-3, doch stieg er bis Mitte Januar auf DC 3-4 an. Dieser Wert blieb in der Folge konstant. Der kleine Schweifansatz (1-2') konnte praktisch nur auf Fotos festgestellt werden. In der Sichtbarkeit 1998/99 konnte der damals bis zu 6' lange Schweif auch visuell beobachtet werden.

Uwe Pilz beobachtete am Abend des 1.12.13 eine längliche Koma. Walter Kutschera erschien der Komet am 29.12. wie ein kleiner runder Schimmer. Uwe Pilz beobachtete am 30.12. eine kleine und kompakte Koma. Andreas Kammerer gelang es am 4.2.14, den Kometen bei indirektem Sehen blickweise als winziger, leicht verdichteter Nebelfleck an der korrekten Position zu erkennen. Am 23.2. war der Komet für Andreas Kammerer bei indirektem Sehen im 12"SC kein leichtes Objekt; seine Bewegung konnte er aber innerhalb von 2 Stunden gut ausmachen ; die Koma erschien ihm leicht verdichtet. Am 24.2. bemerkte er den Kometen ohne genaue Kenntnis der Position indirekt immer wieder; dennoch war es eine Grenzbeobachtung. Walter Kutschera beobachtete eine schwache kleine runde Koma an der erwarteten Position.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


Zurück...