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C/2013 UQ4 (CATALINA)


Ein bereits am 23. Oktober 2013 vom CATALINA-Projekt im Sternbild Eridanus entdecktes, 18.5m helles asteroidales Objekt zeigte bei Nachfolgebeobachtungen Ende April / Anfang Mai 2014 seine kometare Natur. Komet C/2013 UQ4 (CATALINA) wies eine mäßig verdichtete, 25" große Koma auf, die von einer bis zu 1.7' großen äußeren Koma der Gesamthelligkeit 14.0m umgeben war; zudem konnte ein 15" langer Schweif in PW=330° festgestellt werden. Der Komet läuft auf einer elliptischen Bahn mit einer Umlaufszeit von etwa 470 Jahren und wird sein Perihel nahe der Erdbahn am 5. Juli passieren. Der Erde wird er am 10. Juli bis auf 0.315 AE nahekommen (CBET 3882). Sofern er eine durchschnittliche Entwicklung zeigen sollte, wird er in der ersten Julihälfte immerhin 9m hell werden, und nach meiner empirischen Formel eine visuell erkennbare Koma von 7' aufweisen. Heller als 12.0m wäre er dann vom 10. Juni bis 10. August. In diesem Zeitraum bewegt er sich vom Sternbild Fische durch Andromeda, Kepheus, Drache in den Bärenhüter, ist somit anfangs ein Objekt des Morgenhimmels, im weiteren Verlauf der ganzen Nacht und schließlich des Abendhimmels.

Der Komet war visuell ein schwieriges Objekt. Um die Größe seiner sehr diffusen Koma sicher abschätzen zu können, war ein dunkler Himmel erforderlich. Entsprechend groß sind die Unterschiede in den Schätzungen, was die Ergebnisse etwas unsicher macht. Für die Auswertung habe ich 17 Beobachtungen von 6 FGK-Beobachtern sowie 95 internationale Beobachtungen verwendet. Diese zeigen eine deutlich unterschiedliche Helligkeitsentwicklung vor und nach dem Perihel. Vor dem Perihel ergibt sich eine konstante heliozentrische Helligkeit, was eine abnehmende Aktivität trotz Annäherung an die Sonne bedeutet. Nach dem Perihel geht die Aktivität rasch zurück und mit der wieder zunehmenden Erddistanz auch die scheinbare Helligkeit. Aufgrund der geringen Varianz in der Sonnendistanz sind die nachfolgenden Aktivitätsparameter allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Die Formeln lauten:

vor dem Perihel: m = 11.9m + 5×log D
nach dem Perihel: m = 11.7m + 5×log D + 8×log r

Damit ergibt sich eine maximale Helligkeit von 9.5m am 10. Juli, dem Tag der größten Erdnähe.

Helligkeit und scheinbarer Komadurchmesser

Der scheinbare Komadurchmesser maß anfangs 1.5', begann aber um den 20. Juni rasch zuzunehmen und erreichte am 5. Juli den Maximalwert von 6'. Danach ging er langsamer zurück; Ende August betrug er erneut 1.5'. Thomas Lehmann stellte auf seinen DSLR-Aufnahmen sogar eine extrem diffuse äußere Koma bis 15' fest. Absolut betrachtet maß die Koma anfangs 50.000 km, um Mitte Juni rasch auf 110.000 km anzusteigen, wobei dieser Wert anschließend etwa konstant blieb. Dabei wurde der Koma-Kondensationsgrad in den interessantesten Wochen recht konstant auf DC 2-3 geschätzt.

In der Nacht vom 1./2.7. beobachtete Uwe Pilz eine ca. 14m helle zentrale Kondensation; die helle innere Koma zeigte sich in Richtung Ost-West länglich, die äußere runde Koma war asymmetrisch zum Kern positioniert. Gemäß Maik Meyer war die Koma am 2./3.7. bei Verwendung eines Lumicon Swan-Band-Filters deutlich heller. Andreas Kammerer bemerkte die sehr diffuse Koma, die sich nur knapp vor den Himmelshintergrund abhob, im 12"SC am 3./4.7. nicht auf den ersten Blick; bei 242x machte er eine kleine schwache, aber sicher erkennbare zentrale Verdichtung aus. Am 16./17.7. war der Komet für ihn im 8"SC wiederum ein schwieriges Objekt, das sich nur geringfügig vom leicht aufgehellten Hintergrund abhob; er zeigte eine sehr diffuse Koma mit geringer zentraler Verdichtung, in der bei 111x eine schwache, kleine zentrale Verdichtung festgestellt werden konnte. Am 19./20.7. zeigte sich die Koma Dieter Schubert sehr diffus und etwas länglich, wobei er die Form aber nicht klar definieren konnte. Gemäß Uwe Pilz bewirkte der Einsatz eines Swan-Band-Filters eine Kontrastverstärkung. Am 25./26.7. notierte Walter Kutschera eine kleine verdichtete innere Koma mit wenig größerer äußerer Koma (was aber auch eine Folge der dunstigen Bedingungen gewesen sein könnte). Uwe Pilz bezeichnet seine Beobachtung vom 27./28.8. als schwierige und etwas unsichere Sichtung.

Andreas Kammerer

FG-Beobachtungen


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